blog · 23. April 2021

Gerechte Kämpfe und Abschied | 0028 / 2021-04-22

Kämpfen wird belohnt

Ich bin ja nicht so der sportliche Typ, aber es gab Zeiten, in denen ich regelmäßig ein Fitnesscenter gedackelt bin. Was mir dort immer eingebläut wurde ist:

Der Erfolg liegt darin, weiterzumachen, wenn du denkst du kannst nicht mehr.

Ein so simpler Satz, der muss einfach stimmen. Und so war es auch gestern, das ich am Ende eines nervigen Arbeitstages eigentlich schon Schluss machen wollte, aber mich gezwungen habe noch eben was fertig zu machen. Und das ging dann ganz schnell und da hab ich auch noch das andere da erledigt und dann noch was Drittes. Und dann musste ich mich beinahe zwingen den Arbeitstag zu beenden. Das war wirklich ein gutes Gefühl. Damit läutet man den restlichen Tag total positiv ein. Das kann ich nur jedem empfehlen. Einfach mal durchziehen.

Abschiedsschach

Und gut gelaunt und motiviert bin ich dann mit dem Radel zum Holger gefahren, um mich anständig von ihm zu verabschieden. Der Holger nimmt sich ne Auszeit und segelt mit seinem Boot zur und über die Ostsee. Wer das gerne verfolgen möchte, der mag sich https://sy-slocum.de/ auf die „muss ich lesen“-Liste setzen. Wird sicher spannend. Auch und vor allem wegen der aktuellen Unwegsamkeiten.

Und weil Bier trinken und sabbeln nicht ausreicht, haben wir auch noch fein Schach gespielt. Schach in Echt macht irgendwie noch mehr Spaß als online. Einfach weil man sich dazu mehr austauschen kann und sich natürlich auch versucht gegenseitig zu beeinflussen. Also vor allem Holger, der alte Schlingel, mich. Dabei steht die Wahrscheinlichkeit sowieso bei 1 zu 2 das ich verliere.

Ein Schachbrett aus der Ego-Perspektive ist immer cool

Gut, die nächsten Monate werden wir das nicht machen können, über die Alternative, die der Holger sich da ausgedacht hat, werden wir sicher noch bloggen.

Star Trek – Next Generation – Staffel 4 – Das Standgericht




Worf
    "Sie wissen genau, dass die Föderation Feinde hat!"
Picard
    "Oh ja. So fängt es an. Aber der Weg von einem legitimen Verdacht zu blindem Verfolgungswahn ist weitaus kürzer als wir denken."

Zugegeben ist es schon ein paar Tage her. Aus Gründen bin ich mal wieder bei Star Trek gelandet. Und dort auf eine sehr beeindruckende Episode. Der grobe Handlungsstrang ist, das ein Ex-Admiral an Bord der Enterprise kommt um einen Spionagefall aufzudecken. Der Machthunger und vielleicht auch der leichte Verfolgswahn führt dann aber zu einer Art Hexenjagd in der sogar Picard und Worf zu scheinbaren Bösewichten werden.


Picard
         "Ich bin zutiefst besorgt über das, was hier geschieht. Es begann, als wir einen Spion enttarnten und ergriffen. Einen Mann, der sein Verbrechen zugab und sich dafür verantworten wird. Aber damit war die Jagd nicht beendet. Ein anderer Mann, Mr. Simon Tarses, wurde vor Gericht gestellt – und es war ein Gericht – ganz egal wie andere es auch nennen mögen. Der Prozess basierte aus Andeutungen und Vermutungen. Nichts Substanzielles wurde gegen Mr. Tarses vorgebracht, geschweige denn Beweise. Mr. Tarses Großvater ist Romulaner, und aus dem Grund steht er jetzt vor den Trümmern seiner Karriere. Sind wir denn plötzlich so furchtsam geworden? Sind wir denn so feige? Dass wir das Leben eines Mannes vernichten müssen, weil teilweise das Blut eines Feindes in ihm fließt? Admiral, lassen Sie uns nicht Simon Tarses verurteilen – oder sonst irgendjemanden – auf Grund seiner Abstammung. Und spüren wir niemandem nach, wegen einer harmlosen Kameradschaft. Ich beschwöre Sie. Machen Sie nicht weiter mit diesem… diesem Verfahren. Beenden Sie es."

Auf so einfache und klare Art und Weise wird gezeigt wie kurz der Weg von einem demokratischen und sozialen Rechtsstaat hin zu einem totalitären Unrechtsstaat ist und vor allem das nicht jeder Zweck alle Mittel heiligt… und beim nachträglichen Lesen der Dialoge fährt ein Schauer durch mich. Da mir einfach so vieles Klar wird.


Picard
         "Wir glauben so fortschrittlich zu sein. Folterung von Ketzern… Hexenverbrennungen… halten wir für Geschichte. Und dann, bevor man sich versieht, droht plötzlich alles wieder von vorne anzufangen."