Self-Hosting: Erreichbarkeit

Private Daten sollen private Daten bleiben. Self-Hosting ist für mich der erste Schritt wieder die Hoheit über die Daten zu erlangen.

Ziel meines Self-Hosting-Projektes ist es ja, das ich einen Cloud-Dienst zuhause selber betreiben kann. So richtig Sinn macht das natürlich nur dann, wenn ich diesen Cloud-Dienst (in meinem Fall ist das Ziel die Nutzung von Nextcloud) auch von über all aus dem Internet erreichen kann. Das kann ich relativ einfach lösen. Ich habe eine AVM-FritzBox an der Wand hängen und die bringt einen eigenen DYN-DNS Dienst mit.

Aber erst mal einen Schritt zurück.

Grundlagen

Wie erreicht man einen Server im Internet? In der Regel gibt man einfach eine Domain wie https://alphathiel.de ein und zak ist man da wo man sein will. Im Hintergrund passiert aber ganz viel. Der Browser fragt den Computer, der Computer fragt den Router und der Router fragt den DNS-Server ob eine Adresse für den angegebenen Namen bekannt ist. Der DNS-Server meldet dann die dazugehörige IP-Adresse zurück. Anhand der IP-Adresse kann dann der Server direkt angesprochen werden und die Datenpakete fließen.

Ein privater Haushalt hat aber in der Regel keine feste IP-Adresse. Der jeweilige Internetanbieter weißt einem eine IP-Adresse für eine gewisse Zeit zu. Bei den modernen IP-Anschlüssen der Telekom kann man eine IP-Adresse bis zu 180 Tagen haben (abhängig von der Einstellung am Router), aber es gibt eben keine Garantie dafür. Bei anderen Anbietern wechselt die IP-Adresse alle 24 Stunden (so z. B. bei meinem Anbieter EWE).

Und hier hat man dann eben ein Problem. Denn wer möchte schon jeden Tag in den Router schauen, die aktuelle IP-Adresse auslesen und die A-Records seiner Domain manuell aktualisieren (siehe weiter unten) oder in der Konfiguration seiner Anwendungen neue IP-Adresse hinterlegen (eine IP-Adresse kann nämlich auch direkt aufgerufen werden).

DynDNS

Und da kommt der DynDNS (dynamisches DNS) ins Spiel. In der Regel ist es so, das man im Router, auf dem Server oder einem x-beliebigen Gerät das immer mit dem Netz verbunden ist, eine Software installiert die wiederum einem Dienstleister immer die aktuelle IP-Adresse zur Verfügung stellt.

Der Dienstleister weißt diese IP-Adresse dann einer Subdomain zu. Zum Beispiel alex.dyndnschef.de. Über diese Subdomain kann man dann sein Netzwerk / seinen Server erreichen und fertig.

Die meisten Router haben bereits entsprechende Dienste mit an Bord, so das man das relativ einfach konfigurieren kann. Einige dieser Dienste kosten Geld. Muss man wissen. Eine Liste von Anbietern findet sich unter https://curlie.org/Computers/Internet/Protocols/DNS/Service_Providers/Dynamic_DNS/.

Kostenlos und recht Simple scheint mir https://freemyip.com zu sein. Man erstellt eine Subdomain und richtet anschließend auf dem Server einen Cronjob ein der Regelmäßig die IP-Adresse übermittelt. Das ganze ist auch gut dokumentiert unter https://freemyip.com/help.

Aus Faulheit hab ich mich allerdings erstmal für den Dienst von AVM entschieden. Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht mehr so genau wie das damals gewesen ist. In der FritzBox findet sich unter „Internet / MyFritz!-Konto“ die Möglichkeit sich bei AVM zu registrieren und dann erhält man eine MyFritz-Adresse (in meinem Fall sedyj1cyy9havzhblz.myfritz.net). Und damit kommt man dann eben immer druff.

Eigene Domain

Zugegeben. So richtig Schick ist so eine kryptische Subdomain eines DynDNS-Anbieters leider nicht. Und gut zu merken sicherlich auch nicht. Wenn man hat, kann man eine vorhandene Domain dazu bringen auf diese Subdomain zu verweisen. Dazu richtet man einen sogenannten C-Name Record ein und löscht die A und AAAA-Records.

Tipp: Als Telekom-Kunde könnt Ihr das Produkt Homepage Inklusiv buchen, kostenlos, und bekommt dort eine DE-Domain. Dafür dann den CNAME eintragen und fertig. Wie man das bei der Telekom macht, hab ich Beruflich hier recht genau dokumentiert.

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