Diese Woche stand unter dem Motto Bewerbung und Frustration.

Bewerbung Job:

Anfang des Jahres hatte ich mich entschlossen, ganz ohne Not, einfach mal auf Stellen in der Umgebung zu bewerben. Das ist für mich etwas besonderes, denn ich bin seit 23 Jahren beim selben Arbeitgeber und dort in einer absoluten Komfortpostition. Gut angesehen bei Vorgesetzten und Kollegen. Soziale Absicherung eines Großkonzerns. Warum sollte man da weg wollen.

Ganz einfach. Weil ich das Gefühl habe, das ich die Macht über meine Berufliche Entwicklung an die Bequemlichkeit verloren habe.

Vor ein paar Jahren hatte ich schon mal eine solche Phase. Damals aber mit viel Frustration im Bauch. Da wollte ich einfach weg aus dem Unternehmen weil mir da vieles gegen den Strich ging. Das war wenig von Erfolg gekrönt.

Wie auch immer. Ich hab mich also Beworben und gleich beim ersten Versuch bin ich zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen worden. Das ist schon einige Wochen her. War sehr entspannt und interessant. Die Stelle wäre der Hammer. Ähnlich wie meine jetzige aber mit viel viel mehr Verantwortung. Da ich allerdings keinerlei Ahnung von meinen Mitbewerbern hatte, konnte ich überhaupt nicht einschätzen wir meine Chancen stehen. Ich hoffte mit meiner Berufserfahrung punkten zu können.

Diese Woche sollte ich das Ergebnis mitgeteilt bekommen. Das Thema war die ganze Woche in meinem Kopf. Schlimm und schön zu gleich. Ein Gefühl wie vor dem ersten Date …. soweit ich mich erinnern kann.

Das Ergebnis war dann auch so, wie es beim ersten Date häufig der Fall ist. Niederschmetternd. Man hat sich gut verstanden, aber es kam nicht zum ersten Kuss.

Aber man ruft mich vielleicht nochmal an. Mal sehen.

Dennoch bereue ich nichts. Sich zu bewerben und sich auf ein Vorstellungsgespräch vorzubereiten bringt einen dazu (ähnlich wie das bloggen) sich mit einem Thema auseinanderzusetzen. Nämlich mit sich und seinem beruflichen Werdegang. Man muss sich ja verkaufen in einem solchen Prozess und deshalb versuchen alles gute von einem rauszukramen. Man wird sich seiner selbst ganz einfach sehr bewusst. Das ist eine gute Sache.

Ich mach da noch ein bisschen weiter. Vielleicht ergibt sich ja was.

Bewerbung Schöffe:

Ich bin ja Böhmermann-Fan. Als er mal in seinem Podcast mit Olli Schulz von seiner Tätigkeit als Schöffe berichtet hat, hat das irgendwie mein Interesse geweckt. Ich weiß gar nicht so genau warum. Ich hab mich da auf jeden Fall drüber informiert und festgestellt das ich noch einige Jahre warten müsste.

Zum Glück hab ich davon meinen Kollegen erzählt, die mich dann auch daran erinnerten das 2018 das Jahr der Schöffen-Bewerbung ist. Als ich mich dann darum kümmerte war es schon fast zu spät. Wie auch immer… ich hab mich beworben und werden dann vielleicht ab 2019 für 5 Jahre als Schöffe tätig sein. Ich weiß noch nicht, ob das gut wird. Wir werden sehen.

Bewerbung Gameshow:

Hab mich überreden lassen, meine Bengel und Kumpels bei einer Spielshow anzumelden. Dachte das wäre nur ein Formular abschicken und abwarten. Aber nein. Jetzt möchten die Bewerbungsvideos mit der ganzen Brut. Ich muss also die Eltern fragen, die Bengel zu einem Termin zusammen bekommen, Videos drehen und das alles nachher schneiden.

Man hat ja nicht genug Stress im Leben. …. läuft. Hauptsache die Jungs haben Spaß.

Frustration Ich:

Wie oben erwähnt bin ich ein zufriedener Mitarbeiter der Telekom. Allerdings schafft es seit gut einem Jahr ein Kollege diese Zufriedenheit massiv zu stören. Ich kann und will das hier gar nicht im Detail ausbreiten. Am Anfang der zusammenarbeit sind wir stark aneinander gerasselt. Dann dacht ich mir: Gib ihm eine Chance. Ich hab dann eine lange Zeit versucht mit ihm gemeinsam zu arbeiten und die bestehenden Probleme gemeinsam zu lösen. Zwischendurch glaubte ich auch, auf einem guten Weg zu sein. Bis ich dann merkte das alles nur Fassade ist. Ich wurde nur „eingebunden“ um mich auf einer Seite zu ziehen ohne meine Meinung wirklich zu respektieren.

Wie auch immer. Das erging vielen Kollegen so oder so ähnlich. Und so eskaliert das Thema aktuell ziemlich in kleine Scharmützeln. Leider gibt es da keinen gegenseitigen Respekt mehr. Auch kein Vertrauen oder ein Gemeinsam. In einer Ehe würde man jetzt die Scheidung einreichen. Im Berufsleben kann das nur der Arbeitgeber bewirken. Das frustriert.

Frustration Sohn:

Vierte Klasse, im elften Lebensjahr. Dank Ganztagsschule und Betreuungsangeboten verdammt viel Zeit in den letzten 5 Jahren in der Schule verbracht. Sohn hat offenbar keinen Bock mehr darauf und entsprechend ist sein verhalten. Ich schätze er möchte nicht mehr wir ein erst Klässler behandelt werden, sondern eher wie ein kleiner Erwachsener.

Schwierig.

Das führte zu zwei Anrufen diese Woche in dem uns das verhalten unseres Sohne vorgeworfen wurden und in dem man uns bittet das abzustellen. Pädagogisch Fragwürdig wie ich finde. Aber okay. Eltern scheinen doch die professionellen Pädagogen zu sein.

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