Weniger Zeit als gedacht

Weniger Zeit als gedacht


Also gut. Ich hatte mich dafür entschieden als Drohnenpilot auf die Suche nach Kitzen und anderem Getier zu gehen und diese vor dem sicheren und qualvollen Tot durch das Mähwerk eines Bauern zu retten. Kann man ja mal machen. Aber wann?

Pilot ist man nicht durch Handauflegen. Natürlich muss man dafür einen Schein machen. Wir sind ja noch immer in Europa. Es gibt Regeln. Auf der Webseite des Luftfahrtbundesamt registriere ich mich und beginne den Kurs A1/A3. Motiviert starte ich in die ersten Lessons und stelle fest: Ganz schön viel Stoff. Die Tage drauf kickt das Leben aber wieder rein. Ich vergesse das Thema nicht, aber … wie soll man sagen … es ist auch nicht im Fokus.

Selbst ein oder zwei Termine zum „spoten“ muss ich absagen und bin schon von mir selber enttäuscht. Ich bekomme dann den freundlichen HInweis, doch einfach mal die Zwischentests zu machen.

Zu Erklärung. Der Kurs besteht aus verschiedenen Einheiten. Zu jeder Einheit gibt es einen Test. Der Test kann beliebig wiederholt werden und man bekommt eine Gefühl für die Art der Fragestellung. Auch wenn man es nicht glauben will: Viele gesetzliche Regelung sind durchaus Logisch und so kann man den Test bestehen ohne dafür zu lernen. Also wenn man intelligent genug ist. Einfach in dem man einen Moment darüber nachdenkt. Ja, vollkommen aus der Mode gekommen, ich weiß.

Ich setze mich als eines Abends hin und daddel die Tests durch. Das geht relativ schnell. Die Webseite wird grün und erlaubt mir den Abschlusstest zu machen. 40 Fragen, 40 Minuten, Multiple Choice. Das ist zu schaffen. Es gibt allerdings einige Fragen, die lassen sich nicht erdenken. Einfach weil da um absolutes Wissen geht. Z.B. kam die Frage wie der Abschlusstest der Pilotenschein A2 gestaltet ist. Wurde bestimmt erklärt, hatte ich aber nicht gelesen. Hier musste ich also kurz schummeln. Aber was leistet eine solche Frage denn im Bezug auf die Sicherheit und Einhaltung von Regeln? Genau … nix. Schein bestanden und Meldung gemacht.

Einige Tage später war ich dann wieder dabei und hab bei der Suche im Morgentau mitgeholfen. Es ist spät in der Saison. Man findet zwar noch junge Tiere, die sind aber agil und bleiben nicht mehr liegen und werden daher nicht gesichert. Im Anschluss darf ich selber mit der Drohne fliegen und mich mit der Technik vertraut machen.

Es folgen zwei Termine an denen ich die Drohne bediene und der erfahrene „Hase“ den Spoter gibt. Mir wird schnell klar, das die Bedienung der Drohne keine Herausforderung darstellt. Es ist eher die Kombination aus – einen Haufen Technik bedienen, Interaktion mit den herumstehenden Jägern, Bauern, Helfern und der Sorge ein Tier zu übersehen – die hier den „thrill“ ausmacht.

Aber ja, ich habe natürlich Blut geleckt.

Wildtierrettung

Geschichten aus dem Alltag des Tierschutzes. Mehr Hintergrundinformationen finden sich unter https://wildtierrettung-ammerland.de. Und natürlich würden wir (und die geretteten Tiere) uns freuen wenn Ihr uns mit Spenden (https://wildtierrettung-ammerland.de/spenden/) unterstützt – Danke.