Die Saison neigt sich dem Ende zu (siehe Kitzrettung Saison 2026 offenbar überwiegend beendet) und so bekomme ich das Equipment für private Übungsstunden ausgehändigt. Es gibt viele Knöpfe und auf dem Touchdisplay Menü über Menüs. Und dann hat man noch ne App wo man Dinge machen kann. Wenn man das mehr nutzt, dann kann man das auch einfacher Nutzen. Es ergibt also Sinn sich das alles mal ganz in Ruhe anzuschauen.
Beim abholen meint Mark noch, ob ich nicht Körbe und Stangen mitnehmen möchte. Quatsch sag ich. Wozu. Einige Tage später kommt eine Nachricht das ein paar kleine Wiesen abgeflogen werden müssen. Ich erkläre mich natürlich bereit. Es geht also los. Ich bin am Start. Ich bin verantwortlich. Was muss ich alles machen? Oh wei. Ein klein wenig werde ich dann doch nervös.
Es ist Freitag und ich bin im Büro. Ich spreche mit einer Kollegin darüber und sie kann es nicht fassen, das der Alex doch wirklich mal nicht absolut selbstsicher ist und die Situation beherrscht. Sie lächelt. Ich gönne ihr den kleinen Moment der Überlegenheit.
Mit der Bäuerin mache ich einen Uhrzeit (6 Uhr) und den Treffpunkt aus. Alle nett und unkompliziert. Es ist einer dieser sehr heißen Sommertage und nach Feierabend erledige ich noch Dinge, liege aber vor allem im eigenen Saft. Mark bringt mir noch die Körbe vorbei und freut sich über den freien Samstag. Ich setze mich in den kühlen Flur und packe alles einmal aus und schließe einmal alles an.
Drohne einschalten, Fernsteuerung einschalten, Display einschalten und alles miteinander verbinden. Das eine oder andere Kabel zur Stromversorgung ist mir unklar und am großen transportablen Akku übersehe ich ein Knopf. Aber gut, das ich das mal geübt habe.
Alles wieder eingepackt und in der Ecke verstaut.

Samstag, 4:30. Der Wecker klingelt. Ich habe mir vorgenommen noch einmal in der Morgendämmerung den technischen Ablauf zu üben, bevor ich zum Auftrag fahre. Abends war es mir dafür zu warm. Morgens leider auch noch. 24,5 Grad um 4:30. Was ein Sommer.
Dumm war, das ich die Koffer nicht schon Abends in den Kofferraum geräumt habe. Denn jetzt muss ich das sehr leise und schleichend machen. Will Pebbles ja nicht aufwecken.
Ich fahre also zu der Wiese direkt hinter unserem Wohngebiet und richte mein Setting ganz in Ruhe ein. Auch jetzt klappt alles mit dem Verbinden und einrichten und ich starte die Drohne und fliege ein wenig hin und her. Jage einen Hasen und finde heraus: Hier gibt es echt viele Ratten auf dem Feld. Ich steige auf die maximale erlaubte Höhe von 120 Metern und mach ein paar Bilder. Endlich kann ich meine Domain https://www.kaysers-kamp.de/ wieder mit Inhalten befüllen.
Na gut, mittlerweile ist es Zeit für den Auftrag. Alles verstaut und ins Auto eingestiegen. Ziel ans Navi übergeben und losgefahren. Irgendwas hab ich falsch gemacht, ich werde ganz woanders hingeführt vom Navi. Nochmal gecheckt und neue Route berechnen lassen. Das Ziel ist ein kleiner Bauernhof der hinter einer Baumschule versteckt ist. Ich brauche tatsächlich zwei Anläufe um die richtige Einfahrt zu treffen. Funfact: Ich fahre seit gut 16 Jahren beinahe jeden Tag an diesem Hof vorbei und habe ihn nie gesehen. Und es ist ein merkwürdiges Gefühl dort hoch zu fahren, weil man den öffentlichen Raum und in die Privatsphäre anderer Menschen eintritt. Das ist man so ja gar nicht mehr gewohnt.
Ich fahre vor bis zu der Wiese die abgeflogen werden soll und beginne die Drohne auszupacken. Der Landwirt steht schon hinter mir. Wir begrüßen uns und ich starte das Programm. Wir sind Wortkark. Die Bäuerin kommt und spricht ein wenig mehr. Die Stimmung ist gut, es gibt Kaffee. Das Feld weites gehend leer. Einen Hasen und eine Ricke finden wir. Die Fläche ist klein und ich schau nochmal zur Sicherheit. Aber was anderes findet sich hier nicht.
Wir fahren noch zu einem dritten super kleinen Feld das umringt ist von Häusern und einem Seniorenstift. Hier werde ich ganz genau beobachtet. Aber natürlich findet sich hier auch kein schützenswertes Tier. Eine Katze springt, genervt von der Drohne, in den nächsten Garten. Die kann sich selber schützen.





Feierabend. Unspektakulär. Aber so soll es doch sein. Der Landwirt ist happy das er unbesorgt mähen kann und ich bin happy das einfach alles geklappt hat. Im nächsten Jahr wird das bestimmt alles etwas stressiger. Wir werden sehen und ich werde berichten.

Wildtierrettung
Geschichten aus dem Alltag des Tierschutzes. Mehr Hintergrundinformationen finden sich unter https://wildtierrettung-ammerland.de. Und natürlich würden wir (und die geretteten Tiere) uns freuen wenn Ihr uns mit Spenden (https://wildtierrettung-ammerland.de/spenden/) unterstützt – Danke.
