Mein Schwager und Pebbles lieben Roland Kaiser – die Thiels eher weniger. Und so machten wir uns im Sommer 2025 einen Spass daraus und schauten uns die Kaiser Mania aus Dresden auf einer Leinwand im Garten meines Schwagers und meiner Schwester (viel zu verschachtelt der Satz) an. Live Feeling mit Premiumplätzen und bester Bewirtung. War ganz Lustig. Aber wirklich live müsste man sich das wohl nicht antun. Da waren wir uns einig.

Tja, und nur kurze Zeit später wurde bekannt gegeben, das der Opi Kaiser im Jahr 2026 ein Open Air in Tannenhausen geben wird. Schwester und Schwager wohnen ca. 20 Fahrrad Minuten vom Veranstaltungsgelände entfernt. Wir könnten Roland also Live sehen und das praktischerweise beinahe wirklich im Garten. Nach ein wenig hin und her kauften wir die Karten. Drei Stück. Meine Schwester blieb hart. Ich wollte die beiden Angeheirateten dann aber nicht alleine los gehen lassen.

Am Sonntag, 21.06.2026, ist es dann so weit gewesen. Jipiii. Ein guter Sommertag. Schon warm, aber nicht so schlimm wie es die kommenden Tage noch werden würde. Nach einem entspannten Nachmittag mit Bier und Bürger und viel Geschnatter ging es los. Ab aufs Rad, flott zum Konzert. Genau wie exakt ein Jahr zuvor bei Sarah Connor war die Stimmung friedlich – dörflich. Obwohl es noch voller war, mehr Tribünen aufgebaut gewesen sind und das Durchschnittsalter empfindlich höher war, war es eine gute entspannte Stimmung.

Was mir sehr gut gefallen hat, waren die riesigen Videoleinwände auch in der Innenverkleidung der Bühne und das jedes Mitglied des Ensemble auch mal groß und in Aktion zu sehen gewesen sind. Die Ansagen zwischen einzelnen Songblöcken waren herrlich nichtssagend, so wie man es vom eine Schlager-Opa erwarten kann. Die Songauswahl gemischt. Ich kannte längs nicht alle Songs (Wie auch) und einiges war auch langweiliges gedudel. Aber die Fans um mich herum waren die ganze Zeit mehr als begeistert.

Der „musikalische“ Leiter (so wurde der Mann hinterm weißen Piano vorgestellt) fand es sehr witzig immer wieder Anleihen von erfolgreicher POP Musik einzustreuen um zwei Songs miteinander zu verbinden oder deutlich zu machen in welcher Dekade man sich gerade befinden.

Roland selber ist ein sehr alter Mann und vom Leben gezeichnet. Körper verschroben, der Gang angestrengt. Wenn er sich im Song ans Herz fasste, bekam man kurz Angst es könnte was sein. Wenn er sich auf der Bühne hin und her bewegt, sah man die Konzentration die erforderlich ist um los zu laufen oder anzuhalten. Ich bin mal gespannt wie Campino oder Farin Urlaub in 10 Jahren da stehen – dann sind die im selben Alter.

Bei einigen Songs war die Stimme von Roland stärker eingemischt und man hatte das Gefühl er singt neben dem Song her. Bei anderen hatte man das Gefühl das der Backround was vertuschen musste. Am Ende hat er aber 2,5 Stunden gespielt. Und das ist wirklich ne Leistung. Nach ca 2 Stunden wurde „Warum hast du nicht nein gesagt“ gespielt und mit dem letzten Takt des Songs strebten schon die ersten 1000 Besucher vom Gelände. Ein verhalten das ich nicht verstehen kann. Ja, es war Sonntag und viele müssen vll am nächsten Tag arbeiten. Und ja, einzeln gibt es immer, die den Abfahrtsstau umgehen möchten. Aber so abrupt und so viele … das fand ich schon Schade.

Vor allem weil jetzt ein Block von Zugaben kam und nochmal richtig Action gemacht wurde. Da wurde richtig was verpasst. Pech, Leute. Wirklich Pech.

22:30 war dann wirklich Schluss. Und nur 30 Minute später saßen wir auf der Couch, tranken einen Absacker und ließen den Tag Revue passieren. Und es war ein wirklich guter Tag.

Kultur

Kind ist erwachsen, Geld auf dem Konto und zu viel Freizeit. Was macht man da? Man genießt etwas Kultur.