Warum Self-Hosting gescheitert ist!!

Ich nutze jetzt schon seit vielen Jahren Nextcloud zur Speicherung meiner Dateien, Kalender, Aufgaben und Adressen. Erst in einem Webhosting bei ZAP-Hosting. Später dann auf einem eigenen kleinen Server in meinem Haus. Die Idee war im Self-Hosting vollkommener Herr über meine Daten zu sein.

Das Ganze hat auch insgesamt gut funktioniert. Nur zwei Dinge haben mir dabei immer Sorgen bereitet:

  1. Update
    Der Debian Server muss regelmäßig updaten. Das passiert leider nicht automatisch. Manchmal benötigt der auch ein Reboot und das ist immer ein Moment der mir Herzklopfen bereitet. Immer die Angst, dass der Server nicht mehr startet. Und das im vermutlich ungünstigsten Moment. Und Nextcloud selber ließ sich auch immer nur sehr schwierig updaten. Einfach nur über die Weboberfläche aktualisieren hat bei mir niemals funktioniert.
  2. Backups der Dateien
    Nachteil der Cloud im eigenen Haus ist: Wenn das Haus abbrennt, sind die Daten futsch. Wenn die Festplatte im Server ab rauscht, sind die Daten auch futsch. Also hab ich diverse Dinge versucht und Backups auf externe Speicher durchgeführt. Aber so richtig getraut hab ich dem nie.

Vor einigen Wochen hab ich dann mal wieder versucht Nextcloud auf die aktuelle Version zu heben (inzwischen immerhin der Sprung von Version 20.x auf 24.x), was einfach nicht klappen wollte. Irgendwann dann händisch herumgeklimpert und das hat dann zum totalen Chaos geführt. Ein Update war nicht mehr möglich.

Zwischendurch hatte ich mich ziemlich darüber aufgeregt und meinen Frust in Mastodon herausposaunt. Ein Nutzer der Mitleid mit mir hatte, empfahl mir die Hetzner Cloud. Ich hab dann noch zwei Tage mit mir gehadert. Dann aber habe ich mich bei Hetzner angemeldet und begonnen meine Daten dorthin umzuziehen.

Und ich hab es einfach mal nicht bereut. Die Hetzner Cloud ist mit 5 € für 1 TB Speicher günstig. Die Hetzner Cloud ist performant. Performanter als ich meine eigene Cloud jemals hinbekommen habe. Natürlich werden die Daten ausfallsicher gespeichert und trotzdem gibt es noch eine zusätzliche Backup-Funktion. Und die Cloud ist voll gemanagt. Ich muss mich um kein Update kümmern. Läuft alles alleine.

Und dann muss ich einfach zugeben: Self-Hosting ist nichts für die Masse. Wie soll Oma Lieschen denn einen solchen Server pflegen, wenn ich daran scheiter?

4 Kommentare

  1. So spaßig wie das selber basteln ist, gibt es jedoch immer etwas, das nicht sauber läuft. Und nicht nur Oma Lieschen scheitert daran. Wenn man sich die Foren anschaut, kommen auch scheinbar IT affine Menschen manchmal an ihre Grenzen.

  2. Bedeutet das dann die Abkehr von Nextcloud oder läuft die dann einfach nicht mehr zuhause, sondern in der Hetzner Cloud?

    Gute Grüße
    Marcus

    • Alexander Thiel

      30. Mai 2022 um 23:33

      oh … das hab ich tatsächlich nicht deutlich gemacht. Ich bin weiterhin auf einer Nextcloud die aber eben jetzt bei Hetzner liegt und von Hetzner vollkommen gemanagt wird.