Nur eine Woche nach den Hosen sollte es uns schon wieder auf die Bürgerweide in Bremen ziehen. Und aus „keinen Bock“ wurde ein wundervoller Konzertabend.
Für dieses Konzert hatten wir uns ein Zimmer im Motel One gebucht. So konnten wir bequem anreisen, das Auto war sicher geparkt und keiner von uns musste in der Nacht, eventuell Fix und Fertig, wieder nach Hause gurken. Auf dem Weg zum Hotel hörten wir im Auto auf Spotify eine Playlist mit der aktuellen Set-List des Konzerts. Irgendwie empfand ich die Songauswahl als langweilig und in mir wollte nicht so ne richtig Lust aufkommen. Dazu war auch noch Regen gemeldet, was das Open Air Erlebnis eventuell etwas schwächen könnte.
Aber hilft ja nix. Tickets und Hotel sind bezahlt und besser als zuhause auf der Couch wird es sicherlich sein. Nach dem Check-in chillten wir noch etwas im Zimmer.
Die Opfergabe
Als wir so im Hotel chillten, kam der Regen. Und laut Wetter App würde eine zweite Welle direkt zu Konzertbeginn über Bremen herüberrolle. Pebbles recherchiert das man Regenschirme mit bringen dürfte und so gingen wir noch flott zu Rossmann (der sich direkt gegenüber vom Hotel befindet) und kauften so einen kleinen Knirps in Billig. Diesen steckte ich in meine Hosentasche.
Dann mit dem Bus zum Bahnhof. Ein kleiner Burger als Stärkung bei McD. Ja okay, es waren zwei Doppel Cheese. Aber ich hatte aus der Woche davor gelernt.
Dann zum Einlass. Ich war schon beinahe durch den Securitycheck durch, da rief mich der junge Bengel zurück: „Was ist das in der Hosentasche?“ „Ein Regenschirm“ „Ist nicht erlaub“ Pebbles schaltet sich ein: „Ist erlaubt, gerade noch extra nachgeschaut“ bla bla bla .. ich gebe den Regenschirm ab und wir belassen es dabei. Turns out: Die Opfergabe des Regenschirms sorgte dafür das es jetzt trocken bleiben sollte.
Das Publikum
Obwohl es nur noch eine Stunde vor Konzertbeginn war, als wir durch den Bahnhof gingen, viel auf das der Bahnhof deutlich leerer gewesen ist, als bei den Toten Hosen. Und zum zweiten unfassbar viele Mütter mit ihren Töchtern die Ihre Nina-Style-Zöpfe durch den Bahnhofstunnel wippen ließen. An der Bürgerweide angekommen, stellten wir fest das die Zäune weiter an die Bühne gerückt worden sind. Ich würde sagen, die Fläche war nur noch 2/3 so groß wie bei den Hosen. Aber klar… andere Klientel und 40 Jahre Musikgeschichte gegen 4 Jahre Newcomer. Das passt schon.
Witzig auch, wie die Mütter artig in der Reihe am Getränkestand und oder am Merchandising standen. Bin mir sicher: Ohne Kinder alle im Pulk nach vorne. Aber so: Vorbildfunktion.
Es gab aber auch reichlich anderes Publikum. Junge Frauencliquen die Ihre Freunde mit schleppten. Verliebte Pärchen. Alte Lesben-Paare. Junge Väter. Was kaum vertreten war: Kleine Jungs und Mittelalte Männer. Überraschen will und kann uns das natürlich nicht.
Ich beobachtete ein junges verliebtes Paar. Er sang fleißig alle möglichen Texte mit (die der Wartemusik und des Support-Acts). Mit viel Gestik und Theatralik. Allerdings sah er überhaupt nicht aus, als ob das seine Musik wäre. Spielt er das für die Lütte? Oder macht er sich Lustig? So richtig konnte man das nicht erfassen. Aber – die beiden hatten Freude. Das konnte man sehen. Er erwischte mich und grüßte mir lächelnd zu. Ich grüßte freudig zurück und widmete mich anderen Dingen.
10 Minuten später kam er an mir vorbei, er musste auf die Örtlichkeiten, und fragte mich: „Du bist doch auch nur wegen deinem Mädchen hier.“ und ging lächelnd weiter. Ich ließ das mal so stehen.
Der Support-Act
Jolle (siehe https://linktr.ee/jolleptk) – Musik vom „Band“. Paar nette Songs und sie auch total süß. Ihr Lied „Alle Märchen sind gelogen“ befindet sich sogar auf unseren Spotify Playlisten und hat auch fette 28 Millionen Plays. Im Vergleich: Wildberry Lillet hat 225 Millionen Plays. Also ganz unbekannt ist Jolle nicht. Aber ob es reicht, für eine dauerhafte Karriere? Wir werden sehen.
Umbaupause
War kurz und kurzweilig. Nina und Momme haben kleine Videos aufgenommen und mit dem Publikum gespielt. Aufwärmübungen, Sicherheitshinweise. Dann gab es noch ne Kisscam. Alles süss und sweet. Und ich mag es, wie man das Publikum mit so einfachen Mitteln beschäftigt (Fickt euch AnneMayKantereit).
Das Erlebnis
Tja … und dann ging es los. Und von Sekunde EINS hatte sie uns wieder in ihren Bann gezogen. Wie schon damals im Pier schreitet sie über die Bühne und über einen Laufsteg und hat so unfassbar viel Präsenz das man nur dämlich grinsend da steht und sich freut.

Und so ging es dann auch knapp 2 Stunden weiter. Ein Highlight folgte dem nächsten. Ein Rausch. Die Set-List war gar nicht mehr langweilig und wir tanzten uns die Füße wund.
Als Gast war Badmómzjay da, die ich zwar auch ganz cool finde. Aber ein Tag später in Hamburg war Herr Kaulitz am Start. Da waren wir dann schon etwas neidisch.

Es war ein wirklich schöner Abend. Die alten Rocker spielen zwar deutlich länger, aber sie schaffen es nicht mich emotional zu packen. Hier, bei der guten Nina, wurde eine Story erzählt. Mit Höhen und tiefen. Mit schnellen und langsamen Songs und es gab immer was zu sehen. Wir kommen sicher wieder….


Kultur
Kind ist erwachsen, Geld auf dem Konto und zu viel Freizeit. Was macht man da? Man genießt etwas Kultur.
