In der Schule meines Sohne wollte man modern sein. Smartphones durften Stummgeschaltet in der Tasche mit sich geführt werden. Eine Nutzung war nur erlaubt, wenn der Lehrer es für den Unterricht freigab.
Während eine Gruppenarbeit sollten die Kids mit dem Handys Fotos machen. Ich weiß nicht mehr genau, was und warum fotografiert werden sollte. Vermute das Arbeitsergebnis sollte so dokumentiert werden. Mein Sohn nutzte den Moment und machte auch Fotos von seinem Kumpel der gerade Faxen machte.
Die Lehrerin bekam das mit und schimpfte. Das Fotografieren der Mitschüler ist nicht erlaubt und er solle jetzt sofort sein Handy entsperren damit sie die entsprechenden Bilder wieder löschen kann. Wir befinden uns in der 7 Klasse. Mein Sohn weigert sich.
Ich bekomme ein Anruf und muss meinen Sohn vom Direktor abholen. Normalerweise würde man in so einem Fall hart durchgreifen, sagt mir der Direktor. Man ruft die Polizei und die regeln das dann. Ich weise auf die Persönlichkeits- und Datenschutzrechte meines Sohnes hin und das ich der Meinung bin das weder er als Schulleiter noch die Polizei das recht hat, meinen Sohn dazu zu zwingen. Ich zeige ihm entsprechende Artikel im Internet aus denen hervorgeht das sogar bei Straftätern der Zugriff aufs Handy erst nach richterlichem Beschluss erfolgen darf.
„Das ist ja interessant“, sagt er. „Aber wenn die Polizei da ist, dann rücken die Kids die Smartphones immer von alleine raus.“ Ich blicke ihn sprachlos an und belasse es dabei.
2 Jahre später.
An einem Samstagabend brechen jugendliche in die Mehrzweckhalle ein und randalieren dort herum. Es gibt einen Wasserschaden und einiges wurde zertrümmert. Man muss dazu wissen, das vor der Mehrzweckhalle eine Überdachung steht mit Tisch und Bänken und das dies ein beliebter Treffpunkt einer Gruppe von Jugendlichen ist. Eine Gruppe zu der auch mein Sohn gehört. Die Anwohner sind, vielleicht zu recht, sehr genervt von den Kids und wittern hier ihre Chance und melden sofort detaillierte Beschreibungen all der Jugendlichen aus dieser Gruppe. Auch ein großer Junge mit weißem Motorroller steht da auf dem Zettel.
Am Montag in der Schule wird mein Sohn aus der Klasse geholt und in einen kleinen Raum mit zwei Cops gesteckt. Diese „sprechen“ mit Ihm. So richtig schlecht, wie man es aus Filmen kennt. Einer Sitzt auf der Tischkante, der andere auf dem Stuhl. Beide sind entspannt und machen ein auf Kumpel. So wurde es mir erzählt. Wir Eltern wurden nämlich weder informiert noch hinzugezogen. Mein Sohn war an dem Abend auf einer Geburtstagsparty in einem anderen Dorf und hatte diverse Zeugen (unter anderem die Eltern des Geburtstagskindes) das er nicht der Täter gewesen sein konnte und war somit raus aus der Nummer (siehe https://alphathiel.de/mittwoch-01-03-2023-polizeiliche-vernehmung/).
Zwei jünger Kids wurden später „überführt“. Zwei Zwölfjährige die es schwer haben im Leben und an der Schule. Zur Strafe werden die beiden auf eine andere Schule versetzt. Warum eine Schulverweis für etwas erfolgt das an einem anderen öffentliche Gebäude passiert ist, das AUCH von der Schule genutzt wird – das hab ich nicht verstanden. Aber es geht hier ja um die Polizei und nicht um die Schule.

Police – Storys
Mein erster Kontakt mit der Polizei war eine allgemeine Verkehrskontrolle und dieser Kontakt wiederholt e sich dann alle paar Jahre. Mit dem Heranwachsen meines Sohnes änderte sich die Frequenz und auch die Erahrungen mit den Herrschaften sehr. Aber lest selbst.
