Ich hoffe Herr Buddenbohm kann mir verzeihen das ich diesen Satz für meinen Titel nutze. Ich finde den so was von Genial. Lassen wir uns den nochmal auf der Zunge zergehen:

Das Pflichtgefühl erreicht Stellen im Hirn, da kommt Entspannung gar nicht hin

https://www.buddenbohm-und-soehne.de/2019/10/27/die-naechste-muehle-ist-meine/

Ich mag es wenn wenige Worte so viel Aussagekraft haben. Denn er regt mich zum denken an.

Sofort fühle ich mich angesprochen, den meine Pflichtgefühl ist groß. Dem Arbeitgeber, der Gattin, dem Kind und der Familie gegenüber. Aber auch mir gegenüber, aber eben in auch in dieser Reihenfolge. Und ob das immer so richtig ist? Vermutlich nicht.

Donnerstag war der Reformationstag. Das zweite mal das Niedersachsen an diesem Tag frei hat. Ein merkwürdiger Tag. Ich bin kein Christ und hab daher mit kirchlichen Feiertage sowieso meine Probleme. Aber bei vielen gibt es ja wenigstens Traditionen die man befolgen kann, auch als Nichtchrist. Aber dieser Reformationstag ist einfach da. Und nichts passiert. Die Welt ist scheinbar in Wartestellung. Freitags war dann nur die halbe Besetzung im Büro. Und wir wollten uns nen lockeren Tag machen. Es darf ja nicht der Eindruck entstehen das wir mit der halben Besetzung die gleiche Arbeit schaffen wie mit der ganzen. Aber irgendwann im laufe des Tages setzte dann doch das Pflichtgefühl ein und spürte den Zwang doch noch einiges zu erledigen. Auch im Sinne der Kunden. In der folge war ich dann doch ein wenig gestresst. Wie doof.

Ein Beleg für das obige Zitat auf jeden Fall.

Hat die neue Generation dieses Pflichtgefühl eigentlich nicht? Immer öfter hört man, das die jungen Leute zwar arbeiten wollen, aber bitte nicht so viel. Man braucht ja seine Freizeit. Und ich bin zum einem beeindruckt, weil man offenbar bereit ist, für Freizeit finanzielle Einschnitte in Kauf zu nehmen. Andererseits bin ich erbost, denn diese Generation muss meine Rente finanzieren. Das wird eh schon knapp. Und überhaupt. Wollen die denn nicht mal Eigentum haben oder Ihre eigene Rente finanzieren. Schon klar, mit 20 denkt man nur bis zum nächsten Tag. Das ging sogar mir so in dem Alter. Ich erinnere mich noch recht gut. Aber so kurz gedacht?

Oder sind das Einzelfälle? Da ich diese Geschichten nicht über die Medien verbreitet höre sondern von „Betroffenen“ scheint es aber wirklich ein Trend zu sein.

Aber vielleicht hab ich auch einfach die falschen Maßstäbe. Mal sehen wohin das führt…..

Und dann gibt es die Momente in dem einen Dinge klar werden. Kennt Ihr das? Man ließt oder hört oder sieht etwas. Und auf einmal liegt die Wahrheit vor einem. Ganz offensichtlich. Und man fragt sich, warum man das niemals vorher gesehen hat.

So ein Moment hatte ich als ich https://hmbl.blog/11-10-2019-ministry-of-silly-talks/ gelesen habe. Die Beschreibung des Chefs A.D. der einfach sein Ding so weiter macht. Und dann kam die Erkenntnis das in meinem Arbeitsumfeld 90% der Leute genau so funktionieren. Das, was man verstanden hat, immer wieder abspulen. Die Worte des anderen Wiederholen. Gerne in anderer Satzbauweise. Hauptsache den Eindruck erwecken man ist wichtig und weiß was und hat sich beteiligt. Ohne einen geht nüscht.

Diese Kollegen sollten sich mal mehr Zeit für Ihre Freizeit nehmen ….