Spondylose


Bei unseren täglichen Runden, wird die Pudel-Dame immer lustloser. Nach dem sie ein wenig geschnüffelt und ihr Geschäfte verrichtet hat läuft sie nur noch hinter einem her. Das gleiche passiert auch wenn wir in den Wald fahren. 10 Minuten sehr aufgeregte und agiles hin und her rennen. Dann wird sie ruhiger und dann trottet sie nur noch hinter einen her.

Gut, die Dame ist jetzt im 11 Lebensjahr. Im Alter darf man natürlich ruhiger werden.

Wir beobachten aber auch, das sich Ihre Körperhaltung ändert. Wenn Sie läuft sind Vorder- und Hinterpfoten versetzt. Immer öfter kneift sie den Arsch ein und macht einen Buckel. Wenn sie sich mit den Hinterpfoten am Ohr kratzen möchte, rutscht sie weg oder kommt gar nicht richtig ans Ohr. Viele kleine Hinweise die zeigen: Da ist was nicht in Ordnung.

An einem Sonntag gehen wir zu dritt spazieren. Die letzten Tage war es sehr warm. An diesem Sonntag hat es sich deutlich abgekühlt und wir gönnen uns eine etwas längere Runde. Da fängt es kurz an zu regnen. Anschließend bleibt der Hund stehen. Mit rufen und locken werden 10 oder 20 Schritte getan, dann steht das Tier wieder. Schwanz eingezogen, leichter Buckel.

Es fällt mir schwer, in dieser Situation den Kopf klar zu bewahren. Es ist verrückt wie einen das Kopfkino sofort fickt. Man hat die Bilder vom Keks im Kopf (siehe hier) und nimmt sofort das aller schlimmste an. Sachlich betrachtet ist mir eigentlich sofort klar das hier „nur“ was mit dem Bewegungsapparat los sein kann. Aber hey, komm mir nicht mit Sachlich.

Ich entscheide mich dafür, das Tier nachhause zu tragen. 16 Kilo sind aber auf Dauer doch schwerer als gedacht. Wir wechseln uns ab. Irgendwann entscheidet Pebbles das sie vorgeht und das Auto holt und ich soll mit dem Hund warten. Ich setze mich im Schneidersitz auf die Straße und der Hunde legt sich vor mich. Ganz dicht an mir dran und läßt sich streicheln. Auch das ist schon ungewöhnlich.

Zuhause angekommen legt sie sich in eine geschützte Ecke und schläft. Wir decken Sie zu. Wärme ist ja immer wichtig. Und sie läßt es sich gefallen. Am Abend läuft sie wieder. Wir sind etwas beruhigt. Zufällig haben wir am Dienstag einen Termin beim Tierarzt. Nein, nicht zufällig. Wir wollten unsere Beobachtungen ja eh abchecken lassen.

Ich schildere den Sachverhalt und Anna wird geröntgt.

Für die Ärztin ist deutlich zu sehen das eine Spondylose in den Brust und Hüftwirbeln besteht. Das ist leider Chronisch. Schmerzlinderung mit Medizin und Physio die einzige Behandlungsmöglichkeit.

Das ist jetzt 14 Tage her. Der Pudel nimmt die Schmerzmittel nicht gerne aber springt gut darauf an. Insgesamt spürt man schon, das mehr Freude in den Alltag zurückgekehrt ist. Wir achten natürlich darauf das wir keine riesigen Runden mehr laufen oder das Ihr zu Kalt wird. Ich bin etwas verwundert, das dieser absolut intelligente Hund nicht selber versteht was gut für sie ist. Am Abend im taunassen Grass zu liegen ist sicherlich nicht gut.

Nächste Woche haben wir unseren ersten Termin bei der Physio. Ich bin ja gespannt.