Auf nach Lauenburg

Auf nach Lauenburg


Lange haben wir darauf gewartet zu starten. Bis kurz vor Abfahrt hatten wir noch gar kein richtigen Plan. Weder Stellplätze noch Campingplätze waren gebucht. Naja, eine grobe Idee hatten wir schon. Usedom, Schwerin und zum Abschluss mit Freunden in Scharbeutz treffen. Weitere Details werden unterwegs geregelt.

Mittwoch, 20.08.2025

Um 12 Uhr ist Übergabe. Um 11 steig ich ins Auto und fahre zum Vermieter. Am Empfang melde ich mich. Die Dame hinterm Tresen fragt wie es mir geht. „Geht so, ein wenig aufgeregt. Ist das erstmal mit nem Wohnmobil.“, antworte ich. „Ist auch mein erstes Mal das ich die Einweisung mache.“ sagt sie und ich reagiere mit: „Bekommen wir schon hin“.

Sie zeigt mir innerhalb von 10 Minuten alles relevante. Es gibt noch eine Unterschrift und ich darf losfahren.

Ich steige ein, starte den Motor und stelle die Automatik auf D gebe Gas und es quietscht. Ah, Handbremse lösen. Mein Passat hat ja die automatische Parkbremse. Wie schnell man solche Dinge vergisst. Das die Handbremse hier links unterm Sitz liegt macht die Sache noch ungewohnter. Der Diesel ist laut. Ich komme mir ein wenig vor wie in einem Schulbus.

Beim losfahren bin ich dann über die Wendigkeit überrascht. Klar, man sieht nichts nach hinten raus, aber die Spiegel geben einem eine ganz gute Übersicht. Ich bin LKW Fahrer …

Nach wenigen Minuten bin ich auf der Autobahn und wunder mich dann schon sehr über den Geräuschpegel. Es klappert hier und da und der Motor eben. Ob das bei privaten Wohnmobilen mehr Teppichauslage anders ist? Gedämmter?

Zuhause angekommen bekomme ich den 7 Meter Klotz nur schräg auf die Auffahrt gestellt. Es muss so 13 Uhr sein als wir beginnen uns einzurichten.

Lebensmittel in den Kühlschrank, Klamotten in die Schränke, den „Esstisch“ ausgebaut damit dort das Hundekissen liegen kann, die eigenen Gartenstühle in den Koffer verstaut, das dicke Akku vom Schwager eingebaut damit wir auch Autark über 230V verfügen. Fahrräder hinten drauf. Alles klappt wie am Schnürchen. Relativ schnell sind wir fertig. Um 14:30 sitzen wir aufm Bock und beginnen unsere Urlaubsreise.

Der Pudel findet das überhaupt nicht witzig. Da der Pudel es eigentlich liebt mit dem Auto zu fahren, sind wir davon ausgegangen das der sich ganz entspannt auf den Sitz legt und die fahrt genießt. Statt dessen sitzt er zwischen den Fahrer und Beifahrersitz und wirkt nervös. Klar, es klappert ja auch immer irgendwo was. Das ganze Gefährt schwankt und verhält sich ganz anders als ein PKW. Das kommt uns Menschen schon komisch vor, wie soll es da erst einem Hund ergehen. Besser wäre es vermutlich wenn der Hunde auf dem Rücksitz sitzen würde und so aus dem Fenster schauen kann. Dazu lässt sich der Pudel aber auch nicht bewegen.

Nach etwas über einer Stunde machen wir die erste Rast in Oyten beim Dasiy’s Diner. Wir hatten ja beide nichts mehr gegessen seit dem Frühstück und merkten jetzt das wir was brauchen. Dasiy’s Diner ist nen Burgerladen der den Amerikanischen Diners in den 50er Jahren nach empfunden ist. Witzig ist das der Laden mittlerweile auch schon über 30 Jahre alt sein muss. Also ein Retro Diner der bereits Retro ist. Mein Chilli Hotdog sättigt extrem und Manja bekommen Ihr Sandwich gar nicht erst auf und nimmt sich den Rest mit.

Nach weiteren 2,5 Stunden kommen wir in Lauenburg auf einem Stellplatz für Wohnmobile an. Wir haben Blick auf die Elbe und sind happy. Erste Etappe geschafft und alle leben noch.

Wir stehen am Ende des Platzes, vielleicht ist es auch schon gar kein Stellplatz mehr, aber wir passen dort hin und stören die Fahrzeuge neben uns nicht. Die Stellplätze wurden schräg angeordnet und man steht mit der Front des Wohnmobils mit Blick auf die Elbe. Das hat aber zur Folge das die „private“ Fläche neben dem Wohnmobil im Schatten des selbigen steht. Da wir ja die letzten sind, ziehen wir mit Tisch und Stühle in die Sonne und beobachten bei einem Glas Weißwein wie weitere Wohnmobile ankommen und enttäuscht weiter fahren.

Natürlich ist Leinenpflicht auf dem Platz, wir lassen unsere Anna aber ohne bei uns liegen. Das klappt auch ganz gut, leider nur so lange bis „Nachbarn“ mit Ihrem Hund an uns vorbei laufen. Ab jetzt doch lieber an der Leine. Anna ist leider permanent nervös tut sich sehr schwer mit der Situation. Schade eigentlich.

Sobald die Sonne weg ist, ist es aber dann auch schnell sehr kalt, vermutlich weil die Feuchtigkeit aus der Elbe aufsteigt. Wir gehen also ins Bett und testen noch ob die automatische Satelliten-Anlage funktioniert. Tut sie, hat sich aber nicht gelohnt. Nach 10 Minuten TV schlafen wir friedlich ein. Unsere erste Nacht im Camper beginnt. Es ist 21:30.

Wohnmobil mal ausprobiert

Finden wir das Reisen mit dem Wohnmobil so toll wie immer alle sagen? Das Experiment.