Die zweite Nacht war deutlich besser – ob es am Erschöpfungszustand liegt? Wer weiß.

Wir haben ja den Pudel aufs Bett gehoben und so konnten wir drei beieinander schlafen und auf uns aufpassen. Nach dem der Junior wach gerufen wurde, ging ich ne kleine Runde mit dem Hunde und anschließend musste auch ich einmal meinem Magen entleeren. Der Hund konnte es nicht fassen das ich mit Sack und Pack los stiefelt und mit zufriedenem Blick von der Toilette kam.
Die Toilette war okay. Aber warum muss das schief sein und warum muss das immer alles einen Tick zu klein sein. Ich war definitiv Happy das ich mich mit Sagrotan und Feuchten Tüchern vorbereitet hatte … 50 Cent für den Toilettengang … das hab ich mal richtig ausgenutzt hab ich das.
Nach einem, von der besten Ehefrau von allen, zubereiteten Frühstück und diversen Instant-Kaffee entleerte ich das erstmals die Toiletten-Kassette. Es könnte sein, das ich einen Kaffee mehr als gewünscht getrunken habe. Könnte sein. Aber so schlimm war es dann am Ende gar nicht. Aber so eine vollgepisste Kassette hat ordentlich Gewicht, das muss man schon sagen.
Nach dem alles wieder verstaut war, Verliesen wir um Punkt 10 Uhr den Platz und fuhren zum nächsten Edeka einkaufen. Anschließend suchten wir, immer noch auf der Insel Usedom, nach einem neuen Camping Platz. Dieses mal sollte es ein richtiger sein, wo wir alles auffüllen und entleeren können, wo wir wie so richtig Camper mit ausgefahrener Markise stehen und uns betrinken können. Trocken und Sonnig und nah am Wasser.

Gar nicht so einfach. Die Campingplätze sind alle sehr gut versteckt und man muss durch kleine enge Straßen fahren. Es ist schon verrückt. Nach dem wir am ersten Platz eine Absage bekommen haben, dachten wir uns, das es schlau wäre die anderen Plätze telefonisch zu kontaktieren. Nur geht dort nirgends einer dran. Im besten Fall gab es einen Anrufbeantworter der auf ein Kontaktformular verweist.
Beim dritten Platz hatten wir dann Glück. Die sehr nette Dame knüpfte uns für 2 Tage 120€ mit Strom, Hunde, Kurtaxe und pipapo ab und wies uns einen Platz zu. Angeblich ist da ein Gast nicht gekommen und dann bekommen wir halt den Platz. Im Laufe des späteren Tages stellt sich aber heraus das da noch einiges Frei ist und war. Vll sogar schönere Plätze die nicht im Schatten der riesigen Fichten steht und so auch Sonne abbekommt an dem ansonsten recht kühlen Tag.
Bevor wir unsere Parkposition einnehmen, fahren wir zum Platz zum entleeren des Grauwassers – also der Abwasser ohne Fäkalien. Das ist wirklich mal ne witzige Sache. Man muss da über ein Loch fahren, einen Hebel öffnen und dann pülschert das Grauwasser so langsam raus. Vom Fahrersitz aus gibt es aber null Orientierungspunkte wo der eigene Ablass ist und wie man das entsprechende Loch findet. Aber nach zwei Anläufen hab ich es dann irgendwie mit viel Glück geschafft. Jetzt aber ab zum Stellplatz. Das ist natürlich alles sehr Eng, man möchte ja viele Stellplätze und wenig Straße haben. Da verdient man nicht. Ist okay. Bekommen wir alles hin. Tatsächlich schaffe ich es in 4 Zügen in die Lücke und mit noch 2 weiteren bin ich auch da wo ich stehen will. Angekommen – 3 Stunden hat uns das alles gekostet.

Wir gehen mit dem Hund zum nahen Strand und trinken jeder nen Picolo. Gut für die Seele. Auf den Rückweg erkunden wir den Platz und sind irritiert über das Konzept Dauercamper. Man weiß ja davon, man hörte ja davon, aber die Anlagen so live zu sehen. Naja, vermutlich kommt man nicht günstiger an einen Wohnplatz direkt am Wasser. Aber zu welchem Preis, neben dem reinen Geld.
Zurück am Wohnmobil bauen wir auf. Markise ausfahren klappt natürlich ohne Probleme. Das Flattern des Stoffes macht dem Pudel aber Angst (mag auch keine Regenschirme, Drachen etc pp). Später haut der nicht wirklich starke Wind ein oder zwei mal drunter und die Markise hebt ab und die Stützen knallen auf den Boden. Man erschrickt doch sehr. Ach deswegen haben die Nachbarn da extra schnüre mit Bodenanker. Verstehe.

Strom ist auch kein Problem. 5 KW haben wir gebucht, keine Ahnung ob wir damit hinkommen, wir werden es auch nie erfahren denn es gibt ja keinen sichtbaren Stromzähler. Naja, wenn das Licht ausgeht, wissen wir es.
Frischwasser möchte ich auffüllen, hab zwar nen Schlauch, der am Platz befindliche Wasserhahn aber nicht den passenden Adapter. Da muss ich noch mal bei.
Fotos gemacht, Glas Wein getrunken. Erstmal Mittagsschlaf.
Jetzt aber mal die Fahrräder vom Heck runter und ins nächste Dorf gefahren. 10 Meter bin ich gekommen bis ich gemerkt habe das ich hinten kaum Luft habe. Einen Mitcamper nach einer Luftpumpe befragt … es macht nur pfffft. Gibt`s doch nicht. Frauchen ist nicht glücklich. Wirklich nicht glücklich.
Wir gehen dann zu Fuß zum Hundestrand und dann am Strand bis zum nächsten Dorf. Man nimmt es hier nicht so Eng mit der Hundestrand-Regel, was aber auch sicher mit daran liegt das es zu frisch zum Baden ist und kaum etwas los ist. Perfekt für uns. In Scharbeutz wären wir sicher trotzdem angekackt worden.

Am Strand in Zinnowitz angekommen sind wir Überrascht darüber wie schön sich der Ort herausgeputzt hat. Es ist Freitag, 18 Uhr … alles ist sauber und leer. Große, alte, wirklich wunderschön hergerichtete, mehrstöckige Häuser. Parkanlage, kein Müll, kein Unkraut. Aber es wirkt alles so unwirklich. Es macht sich ein komisches Gefühl in uns breit. Kein Gefühl das einlädt zu bleiben.
Wir dackeln dann wieder zurück, beschließen den Abend mit ein paar Havanna Rum, Kartoffelsalat und Frikadellen und weil es dann doch recht kalt wird gehen wir um 21 Uhr ins Bettchen. Die Markise haben wir wieder eingeholt, TV ist nicht möglich weil die Sat-Anlage keinen Empfang bekommt. So hören wir Hörspiel und schlafen noch vor 22 Uhr ein.

Wohnmobil mal ausprobiert
Finden wir das Reisen mit dem Wohnmobil so toll wie immer alle sagen? Das Experiment.
