Ganz sicher nicht durch mich. Es geht mir so was auf die Eier wie verlogen das alles ist. Dieser Tanz zwischen Verdi und meinem Arbeitgeber. Und am Ende feiern sich alle beteiligten für den Erfolg. Ich muss das ausspeichern, sonst platze ich.
Es war mal wieder soweit. Die Verdi verhandelt mit der Telekom über die Gehälter der Mitarbeiter. Natürlich muss der ganze Tanz richtig gestaltet werden. Diverse Warnstreiks (ich meine, insgesamt 4 Termine), dann ein Verhandlungsmarathon und dann eine freudige Einigung.
Gefordert (siehe https://www.verdi.de/swos/nachrichten/telekom-streik-am-20-und-21-mai) waren von 6,6 Prozent, bei einer Laufzeit des Tarifvertrags von zwölf Monaten und ein Mitgliederbonus von 660 € im Jahr. Geeinigt hat man sich dann auf eine Laufzeit von drei Jahren. Es gibt mehr Geld:
- erstes Jahr 150€
- zweites Jahr 140€
- drittes Jahr 2,4%
Die fixen Beträge in den ersten beiden Jahren sollen für mehr Soziale Gerechtigkeit sorgen, Zitat:
Von der zweifachen Anhebung des Zusätzlichen Monatsentgelts profitieren Mitarbeitende in unteren und mittleren Einkommensgruppen überdurchschnittlich. Dies trägt auch den außergewöhnlichen aktuellen Belastungen Rechnung, die in diesen Gruppen besonders spürbar werden.
Außerdem gibt es noch den obligatorischen Schutz vor Betriebsbedingten Kündigungen.
Ist das ein gutes Ergebnis?
Einmal ganz sachlich und im Detail betrachtet.
Laut Statistischem Bundesamt, liegt das Durchschnittsgehalt bei 54 066€ im Jahr (siehe https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/04/PD26_113_621.html). Nehmen wird als Ausgangslage bedeutet das folgendes Lohnsteigerung:
- erstes Jahr 150€ = 3,33% = 55 866€ (bei 6,66% wären es 57.666,80 €)
- zweites Jahr 140€ = 3,01% = 57 546€
- drittes Jahr 2,4% = 58.927€
Da es bei diesen Verhandlungen ja immer darum geht, die Kaufkraft der Arbeitnehmer zu erhalten (und damit dafür zu sorgen das die zum einen weiterhin konsumieren und zum anderen als Arbeitskraft erhalten bleiben) müssen wir uns also die Inflation anschauen:
- 2024 = 2,2% (https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/01/PD25_020_611.html)
- 2025 = 2,2 % (https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/01/PD26_019_611.html)
- 2026 bisher 2,4% (mit KI aus den verschiedenen Artikeln zusammensuchen lassen).
Davon ausgehend muss man absolut nüchtern betrachtet sagen: Ein gutes Ergebnis.
Kritik muss dennoch sein
Mitarbeiter mit einem hohen Jahresgehalt, haben sich diese Gehalt auf die eine oder andere weise verdient. Sie haben Jahre in eine Ausbildung investiert oder besonders hart gearbeitet. Zumindest sollte das in der Regel der Fall sein. Diese hier abzustrafen in dem man ihnen faktischen weniger Gehalt mehr gibt ist nicht gerecht.
Das damit die unterschiedlichen Gehaltsgruppen näher zusammenrücken ist zusätzlich schwierig. Nicht nur das Leistung weniger Wert ist, es gibt auch weniger Ansporn mehr Leistung zu zeigen.
Die betriebsbedingte Kündigung in einem Konzern dessen Aktienkurs seit Jahren steigt und die Telekom Deutschland steht eigentlich nicht schlecht da
Das bereinigte EBITDA AL im operativen Segment Deutschland stieg 2025 gegenüber dem Vorjahr um 1,7 Prozent auf 10,7 Milliarden Euro. Der Gesamtumsatz ging auch wegen geringerer Endgeräteumsätze um 0,4 Prozent auf 25,6 Milliarden Euro zurück. Die gesamten Service-Umsätze legten 2025 organisch um 1,1 Prozent zu.
https://www.telekom.com/de/medien/medieninformationen/detail/bericht-zum-geschaeftsjahr-2025-1102176
Ein Betrieb mit dem Wort „Deutsche“ im Namen hat ein soziale Verantwortung im Land. Außerdem hält der Staat noch rund 28% der Aktien und auch vor Gericht wird es schwer Betriebsbedingte Kündigungen zu rechtfertigen. Es ist natürlich taktisch Klug die Mitarbeiter bei Laune zu halten in dem man dies ausschließt. Es ist aber keine Heldentat das verhandelt zu haben.
Fazit
Ich fordere weiterhin eine Gesetzlich Regelung. Alle Gehälter, Rente, Diäten und soziale Leistungen werden einmal im Jahr um die zu erwartende Inflation angehoben. Ganz von alleine und ganz ohne öffentliche Debatte.
