Berühmte letzte Worte bei der Verabredung zum Oldenburger Stadtfest 2025 mit unseren Besties. Die Besties kamen gerade aus dem Urlaub zurück und wir fühlen uns auch ein wenig erschöpft – aber gar nicht zum Stadtfest gehen ist halt auch keine Option. Also los…
Wir treffen uns an der „Bushaltestelle – Lappan A“ und müssen dabei leider viel zu lange auf die Jungs warten. Hätten auch noch einen Bus später nehmen können. Es macht aber auch Spaß mit einer Dose Cola-Rum da zu stehen und die Leute um uns herum zu beobachten. Sehr viele jugendliche Poser. Ständig hört man ein lässiges aufeinander Klatschen der Hände zur Begrüßung und zum Abschied. Auf dem Stadtring sehr viele dicke Karren die zu schnell zu viel Benzin verbrennen und aus den fetten Auspuffen sehr viel Krach produzieren. Die Mädchen und jungen Frauen ziehen sich beinahe alle unvorteilhaft an. Hauptsache es kurz und knapp. Und dann ist man permanent am rumzupfen. Rock unter den Po, Oberteil über die Brüste, den Bauch einziehen …! Und die Mädels die am meisten Blicke auf sich ziehen sind die, die absolut entspannt und lässig im Jogger an den Posern vorbei schreiten. Gar nicht sexy auf gemacht, aber voller Selbstvertrauen.

Die Jungs sind da, wir begrüßen uns und bei einem Prosecco aus der Dose und sind sofort in lustigen Unterhaltungen über die Dinge um uns herum und aber auch über das Geschehene der letzten Woche. Wir haben Spaß. Dem Prosecco folgt noch ein Dose Cola Rum. Ich merke an, das wir vielleicht mal langsam los gehen sollten in die Innenstadt. Die Zeit vergeht weiter im Fluge und beim dritten Hinweis auf das Stadtfest gehen wir dann auch mal los.
Ein wenig hier hin und ein wenig dahin. Da jemanden gegrüßt und hier mal länger stehen geblieben für eine Zigarette. Wie das so ist. Wir stellen fest das Leopardenmuster wieder schwer im Kommen ist. Die Damen in allen Altersgruppen tragen wieder Leo. Mal dezent, mal übertrieben. Aber wirklich sehr viel. Wir fangen an immer wenn wir ein LEO sehen (und später Zebra) die anderen darauf hinzuweisen. „Leo“ ruft es da durch die Gassen. „Ja, da auch LEO, ach ne die hatten wir schon!“ und so weiter. Was alle Leo-Tanten gemeinsam haben: Alle sehen einen Tick verbraucht aus. Es ist schon ein bestimmter Typ der das trägt. Muss ja jeder selber wissen.
Irgendwann landen wir hinter der Lambertikirche wo ein DJ auflegt und Bierzeltgarnituren zum Sitzen einladen. Das tut meinen Beinen gerade ganz gut. Wir trinken frisch gemixte Rum-Cola für zu viel Geld und singen mit, tanzen und lästern. Ich beobachte ein junges Mädchen und Ihren Freund. Sie stehen an einem Stehtisch und sie erinnert mich stark an Amy Pond. Diese Mädchen (vielleicht 18 Jahre alt, eher jünger) strahlt soviel Lebensfreude aus. Da wird zu jedem Song getanzt, gesungen und aus tiefster Seele gestikuliert und gezappelt. Sie ist voll drin in der Musik und im Moment. Ohne Scham … voller Freude. Das ist deswegen so auffällig weil die meisten Mädchen drumherum und auf dem Fest überhaupt damit beschäftigt sind, grimmig aus der Wäsche zu schauen und an sich herumzuzuppeln und eben null Lebensfreude ausstrahlen.
Ich weiß nicht wie viel Zeit wir hier verbringen, der Plan ist aber mit dem letzten Bus nach Hause zu fahren, wir bewegen uns also schon mal langsam in den anderen Teil der Stadt und Landen hinterm Leffers am Schlagereck. Und hier machen wir, was wir immer gerne machen. Laut singen und die Leute die an uns vorbei wollen zum mitfeiern animieren. Das ist immer sehr lustig, weil viele halt auch hier sehr grimmig schauen, wenn die aber lachend und nett angetanzt werden, dann sieht man wie sich ein strahlendes Lächeln bildet und man hat einen kurzen gemeinsamen Augenblick. Man könnte beinahe glauben, die Welt wäre eine bessere.
Mittlerweile schmeckt der Alkohol nicht mehr und eigentlich müsste man was essen. Wir wollen uns auf den Weg zu einer Dönerbude machen und merken a) Es ist verdammt voll geworden und b) es ist verdammt spät geworden. Und weil es wirklich so extrem voll ist, wird mir ganz komisch. In mir ist etwas das schreit: Du musst hier weg. Wir gehen also direkt zum Bus, was meiner Frau sehr missfällt weil es keinen Döner mehr gibt, aber es hilft nichts. Ich kann nicht zurück ins Gedrängel und schieb es darauf das der Bus jeden Moment kommt und wer weiß ob wir im letzten Bus überhaupt noch einen Platz bekommen.
Wir dokumentieren die Heimreise per WhatsApp mit den Jungs und kommen aber alle Heile zu hause an. Und so endet ein sehr toller Abend mit der Erkenntnis das ich wohl schon seit längerem ein Problem mit Menschenmassen habe mir das nur bisher nicht bewusst war.
Und auch diese Jahr hab ich nicht eine Live-Band gesehen.
