Du musst eine Ausbildung machen. Dann bist du eine Fachkraft und kannst was werden im Leben. Das ist wichtig für deine Zukunft. Als Fachkraft kannst du immer arbeiten und etwas dafür tun, das du ein gutes Leben hast – das ist das Märchen das man uns erzählt. Und wir glauben es. Auch dann, wenn wir in einer Arbeitswelt stecken die voller Nicht-Fachkräfte steckt.
Aber Fangen wir ein wenig weiter vorne an.
Das Konzept der Drei-Drohnigkeit
In jedem Betrieb, Team, Orga-Einheit gibt es drei Sorten von Drohnen:
Platzhalter-Drohne: Eigentlich sind diese Personen für den Job nicht zu gebrauchen. Mal was halten, sehr niederschwellige Routineaufgaben erfüllen – das geht gut. Darüber hinaus hat man aber nur die Erwartung das diese Personen anwesend sind – besser die Platzhalter-Drohne als niemand. Besser ein wenige Bewegung als Stillstand.
Die Platzhalter-Drohne ist sich seinem Status relativ bewusst und versucht nicht weiter aufzufallen. Das Leben ist bequem – was solls.
Leistungs-Drohne: Je nach Größe des Betriebs, Teams etc pp gibt es 2 – 3 Personen die richtig was leisten. Diese sind in den Ausführungen sehr Produktiv, diese sind Fachlich mega fit und darüber hinaus erkennen diese Fehler in den Prozessen und Abläufen und verbessern diese. Diese Personen sind eigentlich immer am Limit. Denn neben der Kerntätigkeit macht man eben noch alles andere um den Betrieb zum Erfolg zu führen und wenn es da keine Feuer zu löschen gibt, dann ist man eben in der Kerntätigkeit sehr produktiv und sollte auch das mal nicht notwendig sein – dann kann man endlich mal einer dieser Aufgaben erfüllen die liegen geblieben sind. Mal das Postfach aufräumen und so ;o)
Die Leistungs-Drohne ist sich ihrer eigenen Stellung vollkommen bewusst – aber weil sie immer am Limit fährt gibt es keine Ressourcen mehr aus sich zu machen. Und man möchte ja auch niemanden zurücklassen und das das Produkt, der Betrieb, das Team liegt einem am Herzen.
Man ist sich sicher in dem was man tut, man wird dafür Gewertschätzt. Besser kein Risiko gehen, besser das nutzen was man hat. Da zieht man durch, da bleibt man dran.
Arbeits-Drohne: Personen die genau das machen, was man ihnen sagt. Nicht mehr und nicht weniger. Egal ob diese eine Ausbildung in diesem Betätigungsfeld haben oder „nur“ angelernt wurden – diese Drohnen können nur bestimmt festgelegte Arbeitsabläufe und der fachliche Horizont reicht auch nur so weit, wie es nötig ist um die jeweilige Aufgabe zu erfüllen.
Arbeits-Drohnen sind als clever genug um routiniert Arbeiten zu verrichten und dabei nicht auszubrennen. Das hat zur Folge das diese Personen noch jede Menge Energie haben. Energie um sich gut zu verkaufen, Chef zu werden, sich um Ausbildung zu kümmern, sich selbst darzustellen.
Welcher Typ bist du?
Die Folgen der Drei-Drohnigkeit
Die Mehrheit der Drohnen ist also gar nicht mal so gut im Job, hat aber die Power und die Möglichkeiten sich nach außen gut darzustellen. Die Arbeits-Drohne lebt praktisch davon, das sie gesehen wird und das man das gesehene als gut empfindet. Entsprechend hat die Arbeits-Drohne gar kein Interesse daran etwas zu ändern, zu erneuern oder zu vereinfachen. Im besten Fall bedeuten Neuerungen das die Arbeits-Drohne Zeit und Interesse aufwenden muss, etwas neues zu lernen. Im schlechtesten Fall würde es dem eigenen Ansehen schaden. Oder kürzer gesagt: Wenn jeder daher gelaufene eine Dach eindecken könnte, wozu bräuchte man dann gelernte Dachdecker? Man braucht also eine Ausbildung in einer bestimmten Form. Der Kern unserer Beruflichen Bildungen ist also das Ansehen der ausgelernten Kräfte – oder kürzer: da mussten wir alle durch.
Und es wird keiner Ändern. Die Platzhalter-Drohne will nicht auffallen und die Leistungs-Drohne sieht die Lösung vor lauter Arbeit nicht.
Fachkräfte braucht es also nicht?
Doch, natürlich. Der Mythos, das Märchen, ist aber das eine Fachkraft durch Jahrelange spröde Ausbildung entsteht. Fachkräfte entstehen durch Talent und Lust an Ihrer Arbeit. Fachkräfte entstehen durch Leistungswille. Und wenn sich diese Erkenntnis durchsetzen würde, dann könnten wir den Arbeitsmarkt viel flexibler Bedienen. Viel weniger Menschen würden in Jobs festsitzen auf die sie eigentlich keinen Bock hätten und wir könnten viel besser auf eine Mangel reagieren.
Und durch die Flexibilität müssten Arbeitgeber bessere Gehälter zahlen um ihre Leute zu halten.
Zufrieden im Job und auch noch gut entlohnt? Verrückt!!
