Wenn der Alex mit Pebbles auf ein Toten Hosen Konzert gehen, dann kann man was erleben.
Irgendwann im Jahr 2025 erzählte mir die liebe Imke das sie mit Ihren Freunden eine Toten Hosen Sammelbestellung für das Konzert in Bremen im Jahr 2026 vornehmen würde. Seit Jahren möchte Pebbles zum Toten Hosen Konzert. Ich aber nicht. Ich finde die Hosen prollig und extrem kommerziell. Das ist natürlich Grundsätzlich alles kein Problem. Für den kleinen „Die-Ärzte-Fan“ in mir ist das aber genug Grund zur Verweigerung. Aber in diesem Moment dachte ich mir: Was solls. Ich gab die Bestellung von zwei Tickets in Auftrag. Und tatsächlich klappte der Kauf. Die Pebbles Freude darüber war … okay.
Imke, bzw. ihr Mann, organisierte nicht nur die Tickets sondern auch eine Mitfahrgelegenheit. Es wurde nämlich ein Bus gechartert. Einfach so. Und das ist deswegen toll, weil a) die Hotelpreise in Bremen für den Konzerttag extrem in die Höhe geschossen sind und b) die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln bei Konzerten auf der Bürgerweide kein wirklicher Spaß sind.
Als im Laufe des Jahres bekannt wurde, das die Hosen nun ihr letzte Studio-Album raus bringen und damit diese Tour eventuell die Abschiedstour sein könnte (was den Slogan der Tour natürlich erklärt), bin ich dann doch ganz Happy gewesen, die Karten gekauft zu haben.

Genug der Vorworte. Auf zum Konzert.
Natürlich musste der 14.8.2026 ein sehr warmer Tage in diesem Sommer sein. Als wir uns am frühen Nachmittag fertig machten, stand 35 Grad auf unsere Temperaturanzeige. Bremen ist, nach meiner Erfahrung, meistens noch etwas wärmer weil die Luft in der Stadt steht. Wenn das so warm ist, ist es wichtig dem Körper viel Flüssigkeit zuzuführen.
Bevor wir zum Treffpunkt mit dem Bus losfuhren (mit dem Rad), trank ich ein Glas Rum-Cola(Zero). Das macht mir normalerweise nichts aus und auch heute ging es mir sehr gut damit. Beim Warten auf den Bus (wir sind natürlich viel zur Früh los), trank ich die erste Dose Havanna-Cola (mit Zucker). Der Bus war natürlich nicht pünktlich. Vor uns gab es schon zwei Stopps und die Leute kannten sich alle. Also immer erst mal großes Hallo. Mit 20 Minuten Verspätung stand der Bus nun also vor uns. Gar nicht schlimm. Der Bus – nigelnagelneu – war wohl temperiert. Herrlich bei 22 Grad zu sitzen, während draußen die Welt brennt. Natürlich konnten wir nicht sofort los fahren, die ersten Fahrgäste brauchten eine Pipipause. Beim nächsten Stop musste geraucht werden. Am Ende waren wir erst um 18 Uhr in Bremen (geplant war 17 Uhr). Ich hatte zwei weitere Dosen HC im Kopf und beim aussteigen aus dem Bus schlug einem die Hitze entgegen und damit den Alkohol in den Kopf.

Die lockere Reisegruppe trennte sich auf. Die ersten flitzen los mit dem erklärten Ziel: Erste Reihe (was diese auch schafften). Wir hatten es weniger eilig. Im Bahnhof ging Pebbles aufs Klo und ich besorgte Getränke im Kiosk. Ich konnte an einem SB Terminal zahlen (yeay). Das Terminal wollte eine Altersverifikation durchführen und ich wollte schon nach meinem Perso wühlen, da meldet der Automat: Okay. Ein schnelles Foto hat wohl gereicht um mein Alter zu erkennen (merken für später).
Wir hörten schon in der Ferne den ersten Support-Act der uns aber gar nicht interessiert und schlenderten gemütlich zum Eingang. Auf dem Gelände angekommen orientierten wir uns links (immer der Gesinnung nach, nicht war) von der Bühne. Achja … bis hier hin konnte ich mir 3 mal anhören, das ich das falsche T-Shirt anhätte. Weiß gar nicht warum.
Ich holte mir ein Bier und Pebbles ein Aperol. Warum ein Aperol 10 Euro kosten muss und warum gerade bei den teuren Cocktails nur Barzahlung möglich ist, kann sicher niemand beantworten. Ist aber jetzt so, und da können die Hosen ganz bestimmt nichts für.
Wir kommen mit zwei Männern ins Gespräch. Beide kommen aus E-Fehn und sind bereits um 14 Ihr auf der Bürgerweide angekommen. Entsprechend betrunken war auch die Aussprache. Ob wir uns gegenseitig angelallt haben, kann ich nicht beurteilen. Aber ich gehe sehr schwer davon aus. Denn ich hatte wirklich alle Lampen an. Wenig essen, die Wärme und der viele Alkohol mit Zucker – alles nicht schlau von einem alten Mann.
Die beiden Männer (so Ende 50) schätzen mich nämlich auf Mitte 50 und Pebbles auf Mitte 30 und ich weiß überhaupt nicht wie ich damit umgehen soll. Einerseits: Wer will nicht eine 20 Jahre jüngere Frau? Andererseits: Ey … so alt sehe ich nun wirklich nicht aus.
Aber vermutlich wollten die nur Pebbles anbaggern. Kann ich ja verstehen. Ist ja meine kleine Schönheit die da lächelnd über die Bürgerweide schwebt. Männer …. ts ts.
Mittlerweile haben Feine Sahne Fischfilet begonnen ihr Set zu spielen. Ich hab ja schon gehört das die gut drauf sind. Aber …. man man man … die geben wirklich alles. Selten hat mich ein Vorband gepackt. Hier auch ein Lob an die Hosen. Irgendeiner von den Jungs hat den Support-Act angesagt. Machen die Ärzte auch immer. Aber normal ist das leider nicht.
Die Ecke in der wir standen war leider etwas dröge. Die Musik hat doch sehr zum pogen animiert und nur gab es niemanden der mitmachen wollte. Nun bin ich natürlich nicht der zarteste, meist finden sich aber zwei oder drei Männer die sich mir entgegen stellen. An diesem Abend leider nicht.
Als die Hosen die Bühne betraten hatte ich zwei weitere halbe Liter im Kopf. O-Ton Pebbles: „Ich hab dich schon lange nicht mehr so betrunken gesehen.“ und das liegt ganz sicher nicht daran das ich mir sonst keine Mühe gebe.

Auf der Suche nach guten Bildern habe ich gerade festgestellt das ich ausgerechnet bei „Hier kommt Alex“ ein Video aufgenommen habe. Ich nehme NIE Videos auf und ich hasse den Song. Ein absoluter Beweis dafür, wie betrunken ich gewesen sein muss.
Pebbles sagt ich hab sehr viel getanzt und bei jedem Song mitgesungen. Ich kann mich da im Detail nicht dran erinnern. Ich hatte Spass, das weiß ich. Aber ich kann keine Aussage über Qualität der Darbietung treffen. Naja, außer: Es ist proll und gröll Musik. Vermutlich konnte ich deswegen immer mitsingen, und wenn es nur der Background ist, der immer gleich ist. Achtet mal drauf.
Während der ersten Zugabe gingen wir davon. Ich weiß gar nicht warum. Ich fragte und Pebbles willigte ohne zu zögern ein. Wir hatten beide Hunger und gingen in den McDonalds im Bahnhof und dann zum Bus. 30 Minuten früher als vereinbart. Egal. Rein in den Bus. Abkühlen. Hinter uns, ging wohl das übliche Chaos los. 30 tausend Menschen strömen durch den Bahnhof und versuchen Züge und Busse zu erreichen. Nichts geht mehr. Wir sind um 2 Uhr zuhause. Später hören wir das manche noch bis 2 Uhr in Zügen auf dem Bahnhof gestanden haben.
Ein toller Abend…. viel besser als ich gedacht habe. Aber auch anders als ich gedacht habe.

Kultur
Kind ist erwachsen, Geld auf dem Konto und zu viel Freizeit. Was macht man da? Man genießt etwas Kultur.
