Mein Arbeitgeber muss meinen Arbeitsweg und meine Zeit auf der Arbeit Unfallversichern. Der Staat versichert unsere Kinder auf dem Schulweg und für den Aufenthalt in der Schule. Das sind Unfallversicherungen. Das ist ne gute Sache.

Wer schon mal über die Unfallversicherung des Arbeitgebers behandelt worden ist, wird feststellen das man es in so einem Fall ziemlich gut hat. Beispiel? Vor vielen Jahren bin ich auf dem Weg zur Arbeit mit dem Rad verunglückt. Mein Schulterblatt war gebrochen und so kugelte mein Arm ständig aus.

In einer OP wurde der Riss geflickt und ich war die nächsten 6 Wochen damit beschäftigt, an jedem Tag zur Physiotherapie zu rennen und unter großen Schmerzen die Beweglichkeit der Schulter wiederherzustellen. JEDEN Tag. Das genau diese Schulter heute wieder ein Problem hat, ist sicher kein Zufall.

Als ich ein paar Jahre später eine Fuss OP hatte, bekam ich genau 6 Termine Physio verschrieben. Halt nicht über die Unfallversicherung.

Seit meiner Kindergartenzeit wird aber, auf Grund dieser Unfallversicherungen, übergriffig in mein Privatleben eingegriffen. Mir wird vorgeschrieben wann und wie ich meine Wege zu beschreiten habe. Es wird bestimmt auf welchem Gelände ich meine Pausen verbringen darf und ähnliches. Das alles mit dem Argument: Du bist sonst nicht versichert.

Als Kleinkind ohne Mutter zum Kindergarten fahren: Nicht erlaubt, du bist dann nicht versichert. Als Buskind den Heimweg zu Fuss absolvieren: Das ist nicht erlaubt, du bist dann nicht versichert. Und so weiter. Denn trotzdem hab ich ja vielleicht eine private Unfallversicherung, in jedem Fall eine Krankenversicherung und der Unfallgegner kann ja unter Umständen auch zahlen müssen.

Aus einer sehr komischen Mischung von falschen (immer wieder weitergetragenem) Rechtsverständnis und einem Herrschaftsgefühl heraus werden Kinder, Eltern und Arbeitnehmer auf ganz komische Art und Weise in ihrem Leben, vollkommen unnötig, eingeschränkt.

Ein Highlight hier ist die Geschichte Meine Kinder dürfen nicht mit dem Rad zur Schule vom Björn. Und ich vermute das dort folgende Geschichte hinter hängt: Es gab sehr viele Fahrradstürze und die Versicherung der Schule (die ja sicher von der Stadt Gelsenkirchen bezahlt wird, die wiederum vermutlich immer Pleite ist) hat die Beiträge pro Schüler erhoben. Die Kommune hat gestöhnt und die Versicherung hat vorgeschlagen: Erbringt einen Nachweis das die Kinder im Straßenverkehr zurecht kommen, dann werden die Gebühren gesenkt. Alle Kinder ohne Nachweis sind dann eben nicht versichert.

Schlussfolgerung: Kein Versicherung für den Weg, Kind darf nicht mit dem Rad. Vollkommener Wahnsinn.

Das erinnert mich daran, das mein Sohn auf einen Tagesausflug nicht mit durfte. Man fuhr mit dem Rad irgendwo hin, mein Sohn der zu dem Zeitpunkt bereits 5 Jahre alleine mit dem Rad zur Schule fuhr (aber der ersten Klasse – jaaaa) hatte aber keinen Helm. Keiner Versicherung. Kann man nichts machen.

Wie ich diese Zeiten so überhaupt nicht vermisse.