Wir wollen den Mazda 6

Wir wollen den Mazda 6


Na gut, wir sind wohl doch richtig hier. Und es dauerte wirklich nur wenige Momente und es stand ein frisch gewaschenes Auto vor uns. Und bei der Begrüßung es Verkäufers wurde klar, wo das Problem lag. Der Gute kam aus der Ukraine und sprach kaum Deutsch. Der kleine Junge kam aus dem Haus um zu dolmetschen. Aber es ist schwierig sich auf diese Art und Weise zu unterhalten.

Man versucht ja den Wahrheitsgehalt der Aussagen des Verkäufers zu erkennen. Das geht hier gar nicht. Und viele Dinge verstand der Junge nicht und konnte die daher nicht so richtig übersetzen.

Der Wagen stand aber wirklich gut da. Keinerlei Lackschäden, Innenraum sauber und verschleißfrei. Wirklich ein Traum. Der Junior befragte sein Handy nach bekannten Mängeln und überprüfte das. Aber alles gut. Alles top. Und die kurze Probefahrt war gut. Ich hatte mir noch etwas Bedenkzeit erbeten aber schon mal gefragt wie wir es denn mit einer Übergabe regeln wollen würden. Er wollte den Wagen vor dem Verkauf abmelden. Das macht die Sache natürlich komplizierter, aber dazu später mehr.

Zufällig hatte ich noch einen zweiten Mazda 6 bei einem Autohaus entdeckt. Zwar teurer, dafür aber von einem Händler. Und der Händler lag beinahe auf dem Heimweg. Den wollten wir uns als Vergleich anschauen. Der Händler war zwar schon nicht mehr da, aber der Mazda stand auf dem Hof und war in einem sehr schlechten Zustand.

Zuhause nutzte ich Google Translator und schrieb dem Vogel, das ich den Wagen wohl kaufen wollen würde. Nach meiner zweiten Nachricht, bat er mich doch bitte auf Deutsch zu schreiben. Ob das Ergebnis der Übersetzungsmaschine so schlecht war?

Es galt aber jetzt final zu klären wie wir das machen. Er wollte den Wagen gerne direkt am nächsten Tag verkaufen, daher schlug ich vor, den Wagen mitzunehmen und umzumelden. Anders würde es ja nicht gehen. So kurzfristig bekomme ich weder ein Kurzzeitkennzeichen noch eine Trailer. Wenn er den Wagen abmelden wollen würde, müssten wir den Verkauf später machen. Es war für ihn in Ordnung. Ich solle den Wagen so mitnehmen.

Kurze Zeit später kam eine Nachricht: Die Kennzeichen muss er behalten. Ich erklärte ihm da sich ja ohne Kennzeichen nicht fahren kann. Er willigte ein. Ich machte direkt Online ein Termin fürs abmelden und war ein wenig angespannt. Der Kommunikation gestaltete sich so schwierig und ich fragte mich was da wohl noch alles schief gehen könnte. Hat er alle notwendigen Papiere? Ist der Besitznachweis Lückenlos? Hat er verstanden das ich den PKW abmelde. Ich hatte sogar schon geregelt das Kollegen die in der Nähe wohnen ihm die Abmeldebestätigung und die Kennzeichen vorbeibringen würden. Warum auch nicht.

Am nächsten Tag, 15 Minuten bevor wir losfahren wollten, erreichte mich die Nachricht: „Ich verkaufe das Auto nicht.“

Die Enttäuschung war riesig.

Teil der Serie: Das erste Auto

Mobil sein – so wichtig. Aber zu welchem Preis?