Eine Aussage die ich in letzter Zeit immer wieder öfter höre. Aber ist das wirklich so? Lieber Text als Sprachi? Ist das korrekt? Ein paar Gedanken dazu.
Ich finde es ja immer etwas zu kurz gedacht ein Medium zu verteufeln, nur weil es von Menschen schlecht genutzt wird. Adressatengerechte Kommunikation ist hier das Stichwort. Und der Adressat ergibt sich aus folgenden Faktoren:
- Was möchte ich erreichen
- Wer wird angesprochen
Beispiel? Gerne….
Beispiel 1
Ich hab eine offene Frage an eine Gruppe von Kollegen. Ich bin mir nicht sicher wer diese Beantworten kann und wer hier zuständig ist. Ich könnte eine Telko mit den Leuten einberufen – Terminfindung oft schwierig – Termin dann viel später als eigentlich gut. Dann kommen alle zusammen und nach den üblichen 5 – 10 Minuten Begrüßungs-Smalltalk erkläre ich den Sachverhalt und drei Viertel der Leute im Call haben nichts mehr zu tun. Viel sind zu „höfflich“ um sich abzumelden und verharren bis zum Ende des Calls.
oder
Ich schreibe eine Mail / Mach ein passenden Chat auf und fasse das Thema dort zusammen. Merke ich das sich eine Gruppe von Menschen zuständig fühlt, sich aber nicht einig wird, dann mach ich nen Call um die Dinge eben schnell zu klären.
Beispiel 2
Nochmal Arbeitskontext: Man wird an einen Kollegen verwiesen, den man bisher noch nicht kennt. Man schreibt eine lange Mail, stellt sich und sein Anliegen vor und ärgert sich dann darüber, das Tagelang kein Feedback kommt.
oder
Man ruft die Person an. Gerade weil man sich noch nicht kennt, ist es total wichtig sich auf menschlicher Ebene näher zu kommen. Das geschriebene gibt die emotionale Ebene einfach nicht wieder. Im Gespräch kann man etwa flapsen oder sehr kompetent rüberkommen. Auch fällt es Menschen am Telefon schwerer einem Wünsche abzulehnen.
Beispiel 3
Ich bin unterwegs und denke gerade an meine Mutter. Müsste mich mal melden. Ich könnte sie anrufen. Dann bin ich aber am Zielort und muss das Gespräch abwürgen. Ich werden den beleidigten Unterton wahrnehmen. Sie wird mich fragen wann ich das nächste mal vorbei komme. Das Gespräch wird mit wenig guten Gefühlen enden.
oder
Ich schicke eben eine Sprachi. Sie kann es sich anhören, freut sich meine Stimme zu hören und ich kann aber den Verlauf steuern. Mein „so ich bin jetzt beim Lidl und muss einkaufen. Ich melde mich“ ist fröhlich und so ist es für alle ein positives Erlebnis.
Ich denke … das Prinzip ist verständlich, oder?
