RV-Fit ist ein Programm der Rentenversicherung mit dem Ziel dem Arbeitnehmer ein langes gesundes Berufsleben zu ermöglichen. Der Arbeitgeber ist verpflichtet den Arbeitnehmer dafür freizustellen und sogar das Gehalt weiter zu zahlen. Das ist natürlich etwas, das man sich einmal näher anschauen kann.

Frage mich gerade, ob der Onkel Friedrich das gut findet. Einerseits länger arbeiten, andererseits einige Tage nicht im Betrieb? Schwierige Entscheidung.

Wie es dazu gekommen ist

Vor einigen Jahren hab ich mir beim Laminatverlegen ordentlich die Schulter verletzt. Seit dem merke ich, das mein Bewegungsapparat immer eingeschränkter wird. Wenn die eine Schulter schon nicht gut funktioniert, merkt man sehr deutlich wenn die andere das nicht mehr kompensieren kann und so weiter. Ich war nie ein sportlicher Typ, aber irgendwann kam ich einen Punkt, an dem ich merkte: So kann es nicht weiter gehen.

Auch Mental war es schwierig. Arbeit, privates Chaos und Sorge um den Junior hat mich ganz schön im Griff gehabt. Eine Auszeit von allem schwebte mir vor. Zu der Zeit befand sich meine Schwester in eine Reha wegen Bandscheibe und erzählt wir gut ihr das massive Sportprogramm tut und ich dachte mir, das wäre für mich auch sicher was.

Meine Hausärztin meinte das es aber schwierig wird ohne ein passenden Befund. Klar, eine Reha muss ja auf eine Erkrankung erfolgen. Natürlich können wird den Weg gehen, aber der wird dauern. Eine schneller Einsteig könnte RV-Fit sein, so ihre Meinung. Gesagt getan. Beantragung ging einfach so durch. Zack hatte ich die Bewilligung und einige Tage später auch die Termine. Das war im Oktober. Im April sollte es los gehen.

Was genau passiert da?

Es gibt vier Phasen:

  1. Eine Startphase – in meinem Fall 5 Tage in einer Reha-Einrichtung in der Sport gemacht wird und in der Dinge passieren.
  2. Eine Trainingsphase mit Begleitung – in meinem Fall muss ich über eine App mein Trainingsfortschritt monitoren. Trainer kontrollieren das. Ich kann per Chat Fragen stellen und Hilfestellung erhalten. Ich muss dabei in 12 Wochen 90 Minuten pro Woche nachweisen (glaub ich – hab nicht richtig zugehört).
  3. Eine Trainingsphase ohne Begleitung – weitere 12 Wochen trainiere ich ohne Begleitung, kann die App natürlich weiterhin zum tracken nutzen.
  4. Abschlussphase – wieder drei Tage in die Reha-Einrichtung. Die Erfolge messen, ein Fazit ziehen. Pläne für die Zukunft schmieden.

Der erste Tag

Schon die letzte Nächte, habe ich nicht sehr gut geschlafen. Kontrolle abgeben, mich in Abhängigkeit begeben, meinen normalen Tagesablauf durchbrechen. Schwierig für mich. So ein Reha-Zentrum ist für mich der Inbegriff der verstaubten deutschen Demokratie. Natürlich, ein riesiger Apparat und alle muss irgendwie funktionieren. Kann ich ja verstehen. Aber ob ich damit umgehen kann?

Ich schlafe also sehr unruhig und träume wilde Sachen. Das hat zur Folge das ich am Anreisetag bereits um 6:30 vor dem Wecker wach bin. Wie immer trinke ich Kaffee und mach so Dinge die man am morgen so macht. Nach einer Dusche und Zähneputzen packe ich also meine letzten Sache ein und mach mich auf den Weg (natürlich nicht ohne mich von meiner Frau zu verabschieden).

Das Parken im Parkhaus klappt wie am Schnürchen und wie geplant gehe ich ohne meine Sachen auf die Suche nach der Anmeldung. Und schon die ersten Eindrücke belegen alle Vorurteile. Auf dem Gelände ist rauchen verboten, also stehen Heerscharen von Männern und Frauen in sportlicher Kleidung auf dem Bürgersteig, (also im öffentlichen Bereich) und frönen Ihrer Sucht. Ich bin zwar in einigen Jahren 50. Aber hier komme ich mir auf Anhieb wie ein 20 Jähriger vor.

Vor einigen Tagen hab ich noch eine Mail erhalten, das ich nach einem RV-Fit „Stand“ Ausschau halten soll, denn da kann ich mich anmelden. Das ist dann auch so und entsprechend klappt dieser Teil flott: Anmeldebogen abgeben, Kennzeichen nennen und erzählen wie man das Parkhaus bezahlt hat (seltsam – aber wieder wird nur ein Vorurteil bestätigt). Mit dem Schlüssel (dessen Verlust mich 25€ kosten wird, was mir mit einen tiefen Blick in die Augen erklärt wurde) bekomme ich auch meinen Therapieplan.

Eine erste Enttäuschung. Denn ein Therapieplan ohne Anamnesebogen, Untersuchung und ohne meine Ziele zu kennen lässt wenig Hoffnung auf ein individuelles Ergebnis. Nach dem ich mein Zimmer bezogen (hässliche Möbel, aber tolle Aussicht)habe, studiere ich den Plan im Detail und muss feststellen: Viel Nordic Walking und Freies Training. Na warten wir mal ab. Die erste Untersuchung findet um 10 Uhr statt. Es ist 9 Uhr. Ich muss also Zeit totschlagen.

Natürlich bin ich bereits 10 Minuten zur Früh vor dem Raum der Basisdiagnostik. Was da so hochtrabend klingt ist, Blutdruckmessen, auf die Waage stellen und EKG durchführen. Das ganze dauert auch nur 90 Minuten. Alex – du bist Teil des Spiels – benimm dich entsprechend.

Beim warten hab ich die Ehre die anderen Teilnehmerinnen kennenzulernen. Ich bin der einzige Kerl. Zwei der Damen sind extrem redselig. Sie reden in einer Geschwindigkeit und Lautstärke, das es mir richtig schwer fällt mich auf die Dinge zu konzentrieren, die ich gerade auf meinem Handy erledigen möchte.

Dein Dame stellt die Frage ob man denn schon zum zweiten Mal dabei wäre. Man könnte das ja alle 2 Jahre machen, das ist ja alles so toll, sagt sie in einem fortlaufenden Satzgemenge. Offenbar ist sie von der Fraktion: Günstig Urlaub machen. Ich hasse sie schon jetzt.

Eine andere fragt, ob man denn schon was über das Begleitprogramm herausgefunden hätte. Oh mein Gott – bloß nicht. Der Tag ist halb vorbei und es wurden bis hier alle gängigen Klischees erfüllt.

In der Familiengruppe gibt es eine Nachricht Der Junior ist auf dem Parkplatz der Berufsschule abgeschleppt worden. Hat wohl in zweiter Reihe geparkt. Das wird teuer. Und wie nervig das ist. Jetzt muss das jemand mit ihm klären. In dem Moment weiß ich wieder, warum ich mich hab „einweisen“ lassen.

Ach – ich werde auf das WLAN hingewiesen. Es gibt Internet. Da freut man sich natürlich. Auf meinem Zimmer ist der Empfang allerdings so schwach, das ich mich erst mal dafür entscheide das Datenvolumen meines Vertrags auszunutzen und aktiviere dazu den Hotspot am Smartphone. Das geht ja alles so simpel. Toll.

Um 12 Uhr gibt es ein Begrüßungsrunde. Ca 45 Minuten wird uns das Programm, der Plan und die Idee vermittelt. Anschließend gibt es endlich Mittag. Hier spürt man dann doch sehr den Spirit einer Kur-Anstalt. Tischkarten, Mittagessen auswählen. Portionen okay groß, aber pauschal etwas mit Rote Beete zur servieren – schon spannend.

Nach dem Essen gibt es dann eine erste Runde Nordic Walking. Ich hab das ja immer etwas belächelt, muss aber sagen das es dann doch Spaß gemacht hat. Und die Stöcker sind gar nicht so Sinnlos wie man glaubt. Wenn man die richtig nutzt dann spürt man Arme, Brust und Schultern ganz schön. Schau, hab ich schon was gelernt. Und tatsächlich war ich nicht sooo übermäßig fertig. Bei der nächsten Einheit mal die Uhr mit tracken lassen.

Später gab es noch ein Einweisung ins Fitnesscenter (MTT genannt). Wenig spannend, da für mich allgemein bekannt. 18 Uhr – Abendbrot. Katastrophe … Brot, Käse und Salami. Fader kann man nicht essen. Kein Plan warum man hier nicht etwas Pepp ins Spiel bringt.

Tatsächlich ist die Lage des Zimmers ein Träumchen. Ich sitze hier, vll 10 Meter vom See entfernt und höre das Wasser gegen das Ufer plätschern. Keine Autos, keine Menschen und gefühlt keine Zivilisation. Das hat schon was, muss ich ja sagen.

Tag 2

Der Wecker war für 6:30 gestellt, denn um 7 Uhr sollte Blut abgenommen werden. Aber schon um 6 war ein Krach auf den Fluren zu hören. Wer auch immer da so geschäftig gewesen ist, hat dafür gesorgt das ich erschrocken aus dem Schlaf gerissen wurde. Ich dachte ich hätte den Wecker nicht gehört und blickte verwirrt aufs Handy. Aber alles war gut. Es war nur Krach.

Ich hatte die halbe Nacht beschissen geschlafen. Zum lesen hatte ich abends das Kopfende vom Bett hochgestellt und bin dann aber eingeschlafen. Ich hatte dann Rückenschmerzen… wohl stundenlang. Irgendwann hab ich im Halbschlaf dann verstanden woran es lag und nach dem ich das Bett begradigt hatte war es dann ja auch gut.

Da ich meinen ersten Kaffee erst am Frühstückstisch bekommen sollte ging ich relativ schlecht gelaunt zur Blutabnahme und wunderte mich über die Anzahl an Menschen. Nicht nur wir 15 aus dem RV-Fit Kurs warteten dort auf eine Nadel. Aber es ging alles sehr flott und routiniert. So flott das ich immer noch 30 Minuten bis zum ersten Kaffee totschlagen musste. Oh .. ich hab offenbar eine Kaffeeproblem.

Irgendwann dufte ich dann endlich in den Speisesaal und suchte mir meinen Kram zusammen und hatte einen dampfenden Kaffee vor mir. Ich freute mich sehr und wollte diesen in Ruhe genießen .. aber eine Dame aus dem Kurs verstand nicht das ich absichtlich alleine war, setzte sich zu mir und fing an zu reden. Nach dem dritten Kaffee konnte ich das dann aber doch ertragen.

Im Anschluss an das Frühstück folgte die Einweisung am Ergometer. Für jemanden der schon mal im Fitnesscenter trainiert hat, eher langweilig. Der Trainer ist aber super nett und witzig und deswegen hat es dann doch irgendwie Spass gemacht. Einige in der Gruppe haben dann Arzttermine, meiner ist erst am Nachmittag, darum hab ich jetzt Zeit zum trainieren. Ich fahre 30 Minuten auf dem Rad und anschließend gehe ich eine Stunde Nordic-Walken.

Es ist Zeit für die erste Dusche des Tages und dann Mittagessen.

Nach dem Mittagessen haben wir wieder eine Stunde im MTT (dem Fitnesscenter) wovon ich nur ca. 35 Minuten nutzen kann, weil ich dann zum Arztgespräch muss. Alle Werte unauffällig. Ansonsten sprechen wir meinen Anamnesebogen durch. Der Arzt bemüht sich empathisch zu sein. Sollte ich Hoffnungen gehabt haben das es ab jetzt irgendwie individueller wird – ich hätte mir tatsächlich einen Kurs mit Dehnübungen gewünscht – zerschellten diese jetzt an der nicht vorhandenen Bad Zwischenahner Felsenküste.

Am Nachmittag gibt es dann zwei Vorträge. Einmal zum Thema Selbstmanagement – wirklich auf flachem Kindergarten-Level – und zum Thema Bewegung. Der war wenigstens Witzig. Wirklich was gelernt hab ich dabei nicht. Naja, ein paar Dinge wurden wieder bewusst gemacht und andere bestätigt. Es hat also nicht geschadet.

Dann war wieder freies Training angesagt. Für viele aus der Gruppe hieß das: Ab in den Ort – bummeln. Andere gingen ins Schwimmbad. Ich für meinen Teil versuchte mich am Crosstrainer. Aber ich werde mit dieser Maschine nicht warm. Finde das Gerät super anstrengend und irgendwie scheint mein Bewegungsapparat mit diesem Bewegungsablauf nicht zurecht zu kommen. Nach 15 Minuten musste ich hier abbrechen und bin dann noch auf den Heimtrainer gestiegen – aber ich merkte schnell: Die Luft ist für heute raus.

Also aufs Zimmer, Duschen und entspannen. Ruhephasen sind ja wichtig für den Körper. Die Sonne scheint volle Pulle auf meinen Balkon. Ich setze mich in die Sonne und genieße die Stille.

Um 18 Uhr treffe ich mich dann mit Frau und Hund zum Spazieren gehen und – Naja, wir gehen einen Burger essen. Wieder hat sich bestätigt: Gastro in Urlaubs- und Kurorten ist schwierig. Es ist aber schön zu merken, das man sich auf seine Frau freut, nach dem man sich nicht mal 48 Stunden nicht gesehen hat. Und das jede gemeinsame Minute einfach schön und angenehm ist. Unaufgeregt und heilsam, könnte man sagen.

Zurück auf meinem Zimmer genieße ich noch einen Moment die Aussicht und merke wie erschöpft ich bin. Ich hole mir noch mal Wasser und es strengt mich an. Ich muss schlafen.

Tag 3

Wieder aufwachen durch Gerumpel im Flur. Ich glaub es kommt aus dem Erdgeschoss wo Ärzte sitzen und dort wird der Wartebereich geputzt. Blick aufs Handy – die Frau hat schon geschrieben und scheucht mich zum Sport. DAS ist Liebe. 45 Minuten mache ich Kraftsport und bin mir mir zufrieden. Aufs Zimmer und den Tag 2 zu Ende notiert (weil ich ja zu Müde war). Dann Frühstück.

Nach dem Frühstück geht es los mit einem Vortrag über Entspannung und Entspannungsübungen. Anschließend gab es eine Einweisung in die App die in den nächsten 6 Monaten meine Fitnessbegleitung sein soll. Den ab Freitag beginnt ja die zweite Phase in meinem neuen Leben. Der Trainingsphase. Dazu später mehr.

Im Anschluss dann ein Vortrag über die richtige Ernährung und dann gab es Mittagessen. Und ich sage mal so – ich war froh das ich die Gemüse Bowl mit Couscous und Falafel gewählt habe. So musste ich keinerlei schlechtes Gewissen haben. Entsprechend der Ernährungsberatung machen die hier in der Kantine nämlich alles richtig. Essen soll aber ja auch nicht glücklich machen. Essen soll mich ernähren.

Am Nachmittag dann noch einen Entspannungskurs und anschließend einen Sporttest. Unsere Fitness wurde festgestellt, damit wir in 6 Monaten auch etwas haben, woran wir eine Steigerung festmachen können. Turnsout – ich bin unfit. Aber da war nicht nicht überrascht

Den Rest des Tages konnten wir frei einteilen. Nach einer kurzen Pause schnappte ich mir meine Stöcker und walkte los. 1:15 war ich unterwegs und am Ende wirklich recht kaputt. Beinahe 8 Kilometer gelaufen. Schmerzen in meiner Schulter. Ich glaube das ist ein Thema, an das ich dann wohl doch nochmal ran muss.

Dann noch duschen, Abendbrot (heute gab es eine mega geile Kartoffelsuppe – digga war die Lecker) und zum Abschluss des Tages noch einmal mit der Frau Gemahlin zum gemeinsamen Gassi-Gehen. Wieder ein schöner Tagesabschluss…

Tag 4

Nach dem Aufstehen sagte mir mein Körper sehr deutlich: mach mal ruhiger. So ließ ich das Ergometer-Training am morgen sausen aber versuchte mich an einem Entspannungs-Übungsvideo aus der App. Noch vor dem Frühstück hatte ich einen zweiten Arzttermin, dieser war aus meiner Sicht genauso überflüssig wie der erste. Er hatte ja keine neuen Informationen über mich und rasselte einen Text herunter. Natürlich hätte ich von meinen Kniebeschwerden sprechen können, er hätte mich vermutlich an den Orthopäden verwiesen. Achso, könnte sein das ich zu wenig Trinke und am Cholesterin kann man arbeiten. Aber nicht doll. Nur ein wenig.

Nach dem Frühstück gab es dann einen Kochkurs, in dem uns gezeigt wurde, wie man lecker ABER gesund kochen kann. Der Vorführende war mega und die Stimmung auch wirklich gut. Nur geschmeckt hat es mir nicht. Obwohl es gut gewürzt war, waren Zutaten wie Haferflocken einfach sehr präsent. Ich weiß noch nicht wie ich diese Erfahrung in meinen Alltag einplanen soll. Dabei bräuchte ich die Haferflocken doch, wegen dem Cholesterin – oder wie war das?

Jetzt war Freizeit angesagt. Man konnte natürlich Sport betreiben. Da aber für den Nachmittag gemeinschaftliches Nordic Walking angesagt war, sparte ich mir das. Die 6,6 Kilometer die ich dann am Nachmittag absolvierte, reichten mir vollkommen. Gut das ich meinen Körper kenne.

Am Abend trafen wir uns, als Gruppe, um gemeinsame etwas trinken zu gehen. Es ist der 30 April, da wird ein Mai Baum aufgestellt, auch in Bad Zwischenahn. Mittlerweile kennt man die Damen ja und weiß mit wem man gute und lustige Gespräche führen kann. So vergeht die Zeit recht flott. Schon vorher hatte ich Tasche gepackt, denn am nächsten Morgen geht es schon dem Ende nahe.

Tag 5

Und so beginnt der letzte Tag, wieder Tag, mit dem lauten Gerumpel der Reinigungskräfte im Erdgeschoss. Ich nutze das frühe Aufstehen um noch mal in Ruhe zu Duschen (Verschwendung wie sich später raus stellen wird), bringe mein Gepäck ins Auto und genieße noch mal eine halbe Stunde Ruhe mit einem Tee auf dem Balkon und meinem Handy.

Vor dem Frühstück wird noch Flux der Schlüssel zum Zimmer abgeben und nach dem Frühstück geht es rauf in den 5 Stock von Haus 3. Dem höchsten Komplex in der Mitte der Anlage. Von hier hat man nicht nur eine tolle Aussicht über den See, nein hier soll auch die Abschlussveranstaltung stattfinden. Noch mal 1,5 Stunden Sport. Zirkeltraining, Gymnastik und Dehnübung mit anschließender Entspannung. Wir sind uns alle einig: Das hätten wir uns jeden Tag gewünscht.

Dann durften sich alle nochmal Frisch machen und es gab den abschließenden Papierkram und die Feedback-Runde. Während die anderen noch gemeinsam zu Mittag gegessen haben, hab ich mich auf dem Weg nach Hause gemacht. Nur 15 Minuten später bin ich wieder in der Normalität gelandet. Herrlich.

App

Nach dieser Startphase folgt die Trainingsphase. Dazu wird uns eine App zur Verfügung gestellt mit der wir unsere Trainingsergebnisse tracken müssen. Was wir trainieren, wie wir trainieren – das bleibt uns vollkommen selbst überlassen. Die App erlaubt das notieren von Sport und Entspannungseinheiten im Detail. Andere Dinge wie Trinkverhalten, Ernährung sind nur sehr rudimentäre mit der Auswahl gut / mittel / schlecht vertreten. „Freie“ Fitness-Apps bieten hier sicherlich viel mehr an. Gerade weil in der Startphase soviel Wert auf Ernährung gelegt wurde und schlechte Ernährung ja durchaus Einfluss auf die Fitness haben kann, hätte ich mir hier mehr erwartet.

Immer wieder wurden wir von den Trainern darauf hingewiesen das in der Mediathek sooo viel hilfreiche Informationen in Form von Videos, Podcast und Artikeln vorhanden sind und wir diese unbedingt nutzen sollen. Diese Informationen sind dann auch gesichert. Und nicht wie das was man im Internet so alles findet. Da ist ja auch viel Blödsinn bei. Ich finde solche Aussagen immer sehr vermessen, vor allem wenn die Videos offensichtlich auch nicht „speziell“ für diese App produziert wurden sondern von diversen anderen Quellen bezogen werden. Ob da die Entwickler der App wirklich immer so einschätzen können und wollen ob das Hand und Fuss hat.

Hier findet offenbar das statt, was man schon öfters gelesen hat: Es wird eine scheiß Software für einen relativ teuren Preis angeboten, dieser Preis ist aber immer noch günstiger als echte Menschen zu bezahlen und so nimmt man die Software und erhofft sich erfolge.

Hier muss ich mal über einen längeren Zeitraum schauen, was ich davon halte.

Fazit

Die Grundidee finde ich immer noch gut. Alle Teilnehmer berichten von dem selben Problem: Man will was für sich tun und schafft im Alltag aber keinen Anfang zu finden. Das die Rentenversicherungen einem hier eine Option anbieten ohne Nachteil aus dem Arbeitsleben auszusteigen und etwas dafür zu tun, das man länger am Erwerbsleben teilnehmen kann ist top. Ob dieses Ziel über diesen Weg erfüllt wird, bezweifel ich sehr. Denn im Prinzip sitze ich jetzt hier und bin kein Schritt weiter. Es konnte sich keine Routine entwickeln. Ich hab nichts dauerhaftes gelernt und muss mir alles weitere selbst erarbeiten und die einzige Motivation etwas zu tun ist die Teilnahme an der Abschluss-Veranstaltung im Oktober – die sehe ich wiederum eher als Last.

Ich wäre vermutlich mit einem ambulanten RV-Fit mit längerer Betreuung vor Ort deutlich besser gefahren. Vielleicht mag ja jemand aus meiner Bubble der so was schon gemacht hat in seinem Blog darüber berichten. Wenn man Zeit hat auf dem Boot in Spanien.