Ich bin in meinem Leben nicht gerade selten umgezogen (siehe In wie vielen Wohnungen hast du schon gewohnt?) und tatsächlich ist diese Frage daher gar nicht so einfach zu beantworten.
Ich lebte schon mit meiner Frau und Kind in unserem kleinen gelben Haus, als meine Eltern auf die Idee kamen das Haus zu verkaufen in dem ich meine Jugend verbracht hatte. Ich musste meinen Schlüssel abgeben und damit verlor ich auch meine Wurzeln. Bis dahin war ein Besuch bei meinen Eltern immer ein nach Hause kommen. Gepaart mit dem Interesse an Nachbarn und Freunden die noch in dem Ort wohnten. Mit dem Verkauf war dieses Interesse verloren.
Besuchte ich meine Eltern jetzt, fühlte ich mich auch zu Besuch. Kein „Mein altes Zimmer“, ich weiß nicht wo was in welchem Schrank steht und ich hab keinen festen Platz mehr. Es ist einfach ein fremder Wohnraum.
Wenn ich manchmal durch Oldenburg fahre, komme ich an meiner alten Wohnung vorbei. In der Wohnung in der ich 2 Jahre gelebt habe. Dort hab ich grandiose Partys gefeiert. Ich hab mir Fleisch gebraten ohne Beilagen. Ich hab dort Nächtelang vor dem Computer gesessen und gezockt. Dort hab ich Freunde aufgenommen und auf meiner Couch schlafen lassen. Andere Freunde hatten einen Schlüssel für die Wohnung, damit die nach der Schule / Uni sich dort aufhalten konnten.
Und in meinem Haus hab ich alles selber gemacht. Ein Kind groß gezogen, viele Renovierungen durchgeführt, den Garten gepflegt, meine Hund erzogen. Mit allem was da ist, verbinde ich Erinnerungen und Geschichten.
Was macht also mein Zuhause zu meinem Zuhause? Es ist das Gefühl das man hat. Die Sicherheit, die Erinnerung, das gemeinsame Leben mit anderen Menschen. Ja, genau das ist es.

1000 Fragen
In der Reihe 1000 Fragen beantworte ich 1000 Fragen über mich.
