Am Sonntag, bevor der Sohn wieder in den Harz fuhr, entschied er: Der Mercedes sollt es sein. Wir haben alles gegeben, alles geprüft – der Rest liegt in Gottes Hand.
Am Samstag drauf, brachte uns der Händler den Wagen nach Hause. Das wäre sein besonderer Service, wir wohnen ja beinahe in der Nachbarschaft. 4500€ und frischer Service hat man ausgehandelt. Frischer Service bedeute: Öl und Ölfilter gewechselt und Flüssigkeiten aufgefüllt. Am Montag hatte ich einen Termin bei der Zulassungstelle. Mondeo ab und Mercedes angemeldet. Versicherung war auch geklärt. Diesmal mit Teilkasko. Günstiger als der Mondeo. Perfekt.

Am Dienstag fuhr der Junior mit seinen Kumpels durch die Gegend. Das Telefon klingelte: Der Wagen zieht stark nach rechts. Er muss ganz nach Links lenken um Geradeaus zu fahren. Sie stellen den Wagen bei einer Werkstatt ab, bei der ein anderer Kumpel arbeitet. Am nächsten Tag, am späten Nachmittag, das Ergebnis: Achsbruch. Vollkommen durchrostet. Kosten ca 3000 €. Außerdem leckt das Getriebe.

Ich glaub an das Gute im Autoverkäufer und ruf diesen am Donnerstag-Vormittag an. Schilder ihm die Lage und bitte um Lösung. Er ist schockiert, hätte ja was schlimmes passieren können. Bei ihm auf der Bühne wäre aber alles noch toll gewesen.
Macht ja nix, sag ich. Wir tauschen Auto gegen Geld und dann ist alles gut. Darauf möchte er sich aber nicht einlassen. Er hat die Gewährleistung ja ausgeschlossen und wo ist der Schaden? Hinten? Da waren die gar nicht bei. Man hat ja nur vorne Öl gewechselt. Wenn der Junior so rüde mit dem Fahrzeug umgeht, da kann er nichts für. So geht es noch ein wenig hin und her. Ich appelliere an den Ehrenmann und komme ihm sogar noch 500€ entgegen. Kein Einlenken. Ich drohe ihm wiederholt mit einem Anwalt und den damit verbundenen Kosten. Er legt auf.
Über den ADAC suche ich mir einen Anwalt, er pflichtet meiner Rechtsauffassung bei und übernimmt das Mandat. Da wir keine Rechtsschutz haben, wird uns das ganze 500€ kosten – aber nur dann wenn die Kosten nicht von dem Gegner übernommen werden sollten – also wenn der Abhaut oder wir verlieren sollten. Ich bitte den Anwalt alle notwendige in die Wege zu leiten. Jetzt haben wir 2 schrottreife Fahrzeuge in unserem Besitz und Geld für ein neues Auto ist so richtig auch nicht mehr da. Bis das Verfahren abgeschlossen wird, wird es vermutlich noch dauern und ob wir das Geld am Ende wieder sehen steht noch auf einem anderen Blatt. Das Ende des Verfahrens wird dann auch das Ende dieser Serie sein, dann werde ich auch noch mehr Details dazu schreiben.
Jetzt aber die Frage: Wie bekommt der Junior einen fahrbaren Untersatz?

Teil der Serie: Das erste Auto
Mobil sein – so wichtig. Aber zu welchem Preis?
