Also fassen wir zusammen. Der Mondeo frisst Öl, läuft im Stand etwas unrund und die Lichtmaschine mag nicht mehr laden. Der Plan: Wir bestellen die notwendigen Teile und der KFZ-Kumpel im dritten Lehrjahr repariert das Auto. Dazu, hat er angeboten, können wir in die private Werkstatt seines Gesellen. Da ist dann auch alles was man so braucht. Daraus wurde dann nichts. Warum, weiß ich nicht. Na gut, dann eben bei uns im Carport. Da der Junior aktuell auch häufig Samstags arbeitet, bietet sich der 3 Oktober an. Ich dränge darauf früh am Tag zu beginnen. Sagen wir mal 15 Uhr. Denn es wird früher Dunkel und Kalt und überhaupt haben die beiden sich einiges Vorgenommen.

Aus irgendwelchen junge Erwachsenen-Scheiß heraus wurde aus 10 Uhr späte 15 Uhr. Ich hatte mittlerweile den Keilriemen gewechselt, in der Hoffnung das mehr nicht gemacht werden müsste. Aber nein, die Lichtmaschine war wirklich hin. Kumpel A begann auch fleißig die Karre auseinander zunehmen. Es dauerte nicht lang, da gab es die ersten Werkzeugengpässe. Man brauchte irgendwas spezielles hier und da. Ich schrieb Holger in Spanien an, ob ich seine Werkstatt plündern dürfte und fuhr mit dem Mechaniker rüber nach Oldenburg. Tatsächlich fanden wir die notwendigen Werkzeuge und das fröhliche auseinander geschraube ging weiter.

Mittlerweile wurde ein Event daraus. Es standen rund 8 Jugendlich im Carport, überall lagen Teile und Werkzeug und der Junior, der Anfangs noch versuchte alles Ordentlich zu halten, hatte irgendwie aufgegeben. Um 20:30 beendete ich das Happening und schmiss alle raus.

Das Auto stand jetzt aufgebockt im Carport, mit offenem Brustkorb. Diverse Teile lagen auf Boden und Tisch und in der Nacht fing es Stark an zu regnen. So richtig doll, mit Wind und so. Ich wachte um 2 Uhr von dem Krach draußen auf und begann mir sorgen um KFZ und Material zu machen. Ich machte kein Auge mehr zu. Gruselig und ätzend.

Am Morgen regnete es noch immer. Die Jungs zogen den Reifen auf, schoben das Auto tiefer ins Carport und Frühstückten während ich noch Werkzeug besorgte. Ein riesiger Torx war gefragt. Nach vielen Stunden, in denen nichts wirklich passierte, stellte sich heraus das ein Ford-Spezial-Werkzeug benötigt werden würde. Ein Kurbelwellen-Riemenscheibe-Haltewerkzeug. Niemand hat so was herumliegen. Der Riemen wollte sich so aber nicht lösen. Ich bestellte das Teil und „wir“ machten Feierabend. Es sollte bis Dienstag dauern, bis es weitergehen könnte.

Teil der Serie: Das erste Auto

Mobil sein – so wichtig. Aber zu welchem Preis?