Sorgen macht man sich ja doch


Ausnahmsweise aber mal nicht um das eigene Kind, sonder um zwei Menschen die im Alter anfangen bekloppte Sachen zu machen.

Holger und Angela sind ja mit dem Segelboot unterwegs. Im Blog und im Podcast kann man ihren Reiseberichten folgen und daraus ging hervor das die Überquerung der Biscaya ansteht.

Die Biskaya ist eine Bucht des Atlantischen Ozeans, die sich von Galicien bis zur Bretagne entlang der Nordküste Spaniens und der Westküste Frankreichs erstreckt. Dieses Seegebiet ist für starke Stürme und extremen Seegang bekannt.

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Auch als nicht Segler klingt das nach etwas, vor dem man Respekt haben sollte. Überquerung heißt – nicht entlang der Küste sondern eben Quer rüber (muss man sich mal auf der Karte anschauen). Die beiden werden also mehrere Tage und Nächste unterwegs sein und in dieser Zeit auch kein Festland sehen. Puh.

Klar ist, das die beiden sich so gut wie möglich vorbereiten. Proviant augefüllt, ausgeruht und ausgeschlafen, haben sie sich mit Seekarten und Wettermeldungen beschäftigt um die perfekte Route und die optimalen Wetterverhältnisse herauszusuchen. Mehr kann man sicher nicht tun.

Am 23.9. um 10 Uhr wird im Blog verkündigt das es los geht. Abends schau ich dann unter vesselfinder.com wo die beiden Stecken. Sind gut voran gekommen und befinden sich bereits auf offenem Meer. Am nächsten Morgen dann keiner neuer Standort. Hmpf.

Jetzt hab ich ja gelernt: Das Boot sendet über Funk ein Signal aus (AIS). Boote und Schiffe in der nähe können dieses Signal ebenfalls über Funk empfangen und so wissen die dann ohne Sichtverbindung was um sie herum so los ist. Ins Internet kommt das AIS Signal dann, weil es Funkempfänger in Küstennähe gibt, die das Signal ins Internet übermitteln. Die Dienste die das machen sind natürlich Kommerziell, klar … Funkemfpänger betreiben kostet Geld, das macht man nicht aus Nächstenliebe. Daher sind Signale von privaten Schiffen nicht so live wie andere und … naja … wenn es nicht in Küstennähe ist gibt es auch keinen Funkempfänger der das Signal ins Internet bringt.

Also am Abend des 23.9. reißt das Signal ab. Stille.

Nach dem ich dann heute morgen das Kind aus dem Bett geworfen habe, klapp ich mein Notebook auf prüfe eben ob es was neues gibt. Und tatsächlich um ca 4 Uhr letzte Nacht ist die Swantje vor der spanischen Nordküste aufgetaucht und segelt weiter die Küste entlang.

Erleichterung macht sich breit. Verrückt wie man sich unterbewusst dann doch einen Kopf macht, auch wenn man sich sicher ist, das es den beiden gut geht.