Ich bin der geborene Listenbearbeiter. Wenig gibt mir mehr Befriedigung als das abarbeiten einer beliebigen Liste. Und obwohl eine Liste eigentlich ja etwas vollkommen klares und eindeutiges ist, kann man sich da auch wunderbar selbst verarschen.
Um so mehr frustriert es mich, wenn ich den ganzen Tag hustle und aber von diesen Listen nichts abgehakt bekomme. Dann sagt mein Kopf: DU HAST GAR NICHTS GESCHAFFT …
Freitag war dann wieder so ein Arbeitstag. Ich bin gut in den Tag gestartet und habe in paar Regelaufgaben erledigt. Um 9:05 der Daily mit meinem Team. Und auf einmal war es 13 Uhr. In diesen 4 Stunden hat ich sehr viele sehr anstrengende Gespräche. Ich muss Dinge erläutern und Menschen beruhigen. Ich muss Empathie und Fachwissen zeigen. Vor allem hab ich aber Gespräche geführt, die ich so oder so ähnlich in den letzten Monaten schon x-Fach mit den gleichen Personen geführt habe. Und obwohl das alles Anstrengend und Teil meiner Arbeit war, hatte ich um 13 Uhr eben das Gefühl, nichts getan zu haben.
Das schlimme daran ist, das ich aus der Frustration heraus mir das Leben extra schwer mache in dem ich in diesen Gesprächen unnötige Dinge sage und meine Sachlichkeit verliere. Und dann hab ich also nicht nur ein schlechtes Gefühl sondern bin mental auch total Fertig. Bis zu meinem Feierabend hab ich dann noch ordentlich Dinge geschafft. Aber ich bin nicht sehr zufrieden ins Wochenende gestartet.
Und jetzt kommt der schlimme Teil. Es ist ja so, das ich im privaten durchaus auch noch einige Baustellen habe. Am 25.4. startet das erste Rennen der eRWM und ich hab das neue Punktesystem noch nicht im Code integriert. Schlimmer noch, muss ich noch Dinge zu Ende programmieren die ich im Februar irgendwann begonnen habe.
Meine Carport-Renovierung hat noch tausend Baustellen offen, der Garten will Liebe bekommen und so weiter.
Und ich hab Feierabend und sitze matt und lustlos auf der Couch. Und statt mich den Aufgaben zu stellen, eröffnet mein Kopf den Sidequest: Such dir einen neuen Job. Als ob ein neuer Job irgendein Problem lösen würde. Klar, es wäre eine neue und andere Herausforderung – aber keines meiner „Themen“ wäre damit vom Tisch.
Am Samstag mache ich dann Dinge, schaffe aber nicht soviel, wie ich es mir ursprünglich vorgenommen habe. Aber das ist ja nicht schlimm. Es stirbt keiner. Es wird eh nie alles fertig sein, denn wenn etwas fertig ist, dann tut sich eine neue Baustelle auf. Das ist so. Das ist so, weil ich so bin und weil es so ist.
Wie auch immer. Ich schreib das hier, um mir das selber Bewusst zu machen. Um mir selber zu sagen: Entspann dich, du schaffst was du schaffst. Hauptsache du machst was.
