Ein Blogpost gelesen uns schon wieder Stunden unnötig in einer nerdigen Ecke des Internets verbracht. Unnötig? Nein. Hab ja was gelernt und das ist immer gut. Herr Montag hat über das Konzept der „Stone Website“ referiert und dabei in mir etwas ausgelöst.
Im Kern geht es darum, Webseiten technisch so zu gestalten das die auch ohne Probleme Generationen überdauern können. So wie wir heute einigermaßen Problemlos Briefe und Bücher aus dem 18 Jahrhundert lesen können, soll es doch auch unseren Nachfahren möglich sein unsere Gedanken nach zu lesen. Und umso technisch aufwendiger eine Webseite ist, umso unwahrscheinlicher wird das.
alphathiel.de basiert auf WordPress. WordPress braucht einen Webserver der PHP kann und ein Datenbank. Das ist alles Software die sich ständig weiterentwickelt und gepflegt wird. Wenn ich heute aufhöre mich zu kümmern, wird der Tag kommen an dem mein Hoster eine alte PHP Version abschaltet und mein Blog nicht mehr aufrufbar ist.
Selbst wenn meine Erben sagen: Wir lassen das online im Netz stehen, müssen die immer Aufwände betreiben damit das weiter geht. Selbst ohne neue Artikel muss immer jemand schauen ob noch alles gut ist. Wenn nicht droht ist die Seite nicht mehr erreichbar oder wird von Hackern gekapert. Will alles keiner. Und vll gibt es irgendwann kein PHP mehr oder WordPress ist tot? Und dann? Dann ist auch der Blog platt.
Ein HTML Seite, dagegen, kann einfach so in jedem Browser geöffnet werden. Und selbst wenn der HTML Code nicht mehr von einem Browser interpretiert werden sollte (unwahrscheinlich), so bleibt doch der reine Text lesbar. Lassen meine Erben meine HTML Seite im Netz, bleibt diese einfach da. Das Hosting wird auch in Generationen sehr wahrscheinlich kein Problem sein. Und selbst wenn die Seite nur auf einem Datenträger gespeichert ist, ist diese noch relativ Problemlos verwertbar.
Und irgendwie will ich das. Ich finde das toll. Also hab ich mich mit dem Thema beschäftigt. Es gibt da verschiedene Ansätze. Es gibt lokale Editoren wie Hugo oder Jekyll und es gibt FlatFile CMS Systeme wie Bludit. Und nach dem ich 3 Stunden vieles über die verschiedenen Systeme gelesen habe und das eine oder andere ausprobiert habe, bin ich recht traurig. Die Einstiegshürde bei Hugo und Jekyll ist groß. Vor allem wenn man mit fertigem Content um die Ecke kommt. Sollte ich mal ein neues Blog starten, dann würde ich das mit Hugo machen. Aber meine große alphathiel.de Seite dort hin portieren, das ist schon ne große Baustelle.
Es gibt zwar Tools zum import. Aber es muss immer vieles nachgearbeitet werden. Ebenso ist das nicht gemacht.
Dann dachte ich, vll gibt es das was für WordPress und hab zwei Plugins gefunden. Einmal StaticPress2019. Da wurden wunderbar HTML Dateien angelegt, aber Bilder etc fehlten. Ein navigieren war in dem Export also auch nicht möglich. Zum zweiten hab ich Simply Static ausprobiert. Hier ist leider das versprochene Packen der ZIP Datei abgebrochen. Hab dann die im TEMP angelegten HTML Dateien auf gezippt und heruntergeladen. Fette 1,3 GB an Dateien sind da zusammengekommen und davon sind der größte Teil tatsächlich Bilder.
Und tatsächlich funktioniert dieser Export auch – Bilder und Verlinkungen sind da. Muss mir mal überlegen wie ich das in einen anständigen Workflow verpacken könnte.
