Nur mal eben schnell Strom im Schuppen. Danke! – Wenn einer gelernter aber ungeübter Elektriker aktiv wird.
Wir haben mit der Nachbarschaft eine jährliche Kohlfahrt. 2024 erzählte mir SP das im letzten Herbst die ein Muffe da im Garten, für die Gartenbeleuchtung abgesoffen ist. Da war die Sicherung rausgeflogen, erst im Regen raus, hat die Muffe aufgemacht und alle Kabel durchgeschnitten. Seit dem ist die Sicherung drin, aber der Garten ohne Strom. Ob ich da mal bei kann. Auf der Kohlfahrt 2025 erzählte er mir die Geschichte nochmal. Offenbar war ich nicht bei ihm gewesen und hab das nicht gefixt. Ja .. klar machen wir.
Ich geb ihm den Hinweis das er mich da ein wenig drängeln muss, sonst werde ich das wieder vergessen. So richtig wichtig schien ihm das aber auch nicht zu sein, denn wir haben ja nun schon Juli. Jetzt aber wollte er das endlich wieder schön haben und schrieb mich an. Vier verabredeten uns an einem Dienstagabend, ich lag auf dem Bauch unter einem riesigen Kirschlorbeer und zerrupfte die Muffe und alle Kabel. Was schnell klar wurde: nur eben neue Muffe ist keine Option. Das Kabel feucht, das Kupfer blau. Hier müssen wir weiter rückschneiden bis es trocken ist. Dann stellten wir fest, das hinten am Holzschuppen noch eine Verteiler offen war. Da kam man nicht ran, alles zugewachsen.
Okay, neuer Plan. Wir vertragen das aufs Wochenende, SP legt alles frei. Zuhause frage ich meinen Schwager ob ich das Kabel wirklich soweit kürzen muss bis kein Gammel mehr da ist. Ja… ohne wenn und aber. Das wird also doller.
Freitag. Wir fangen an zu buddeln, das Kabel das vom Haus bis zum Kirschlorbeer führt ist gut 40 cm senkrecht nach unten geführt und auf dieser senkrechten Strecke komplett nass und feucht. SP buddelt ich mach die Elektrischen Dinge. Das Kabel das dann zum Holzschuppen führt muss auch nen knappen Meter zurückgeschnitten werden. Okay, wir brauchen Kabel, zwei Muffen und nen neuen Verteiler. Auf zum Baumarkt. Anschließend liege ich auf dem Bauch, mit dem Kopf im Loch und verbinde die Kabel und schließe alles mit der Muffe ab. Bevor wir die Muffe schließen, machen wir natürlich Funktionscheck. Ich hab so einen Prüfer den man nur an das Kabel halten muss und dann piept der wenn Strom ist.
Einwurf: Es gib drei Kabel die miteinander verbunden werden. Einmal Dauerstrom zum Schuppen und einmal Schaltbar zu einer Gartenlampe.
Mein Prüfer sagt: Überall ist Strom. SP testet den Schalter. Schuppen aus, Lampe an. Ahhh einmal vertausch das ganze. Gut das wir geprüft haben. Also wieder mit den Kopf in das Loch, einmal getauscht. Jetzt alles gut. Muffen zu, Verteiler getauscht und dicht. Erde aufs Loch. Bier. Seelig und glücklich.
Später am Abend eine Whatsapp: Im Schuppen ist kein Strom.
Ahhh warum?
Am Samstag also wieder hin. Tatsächlich, es kommt Strom an, aber er fließt nicht. Ich hoffe das es nur ein Dreher im Verteiler ist. Ist es natürlich nicht. Also Schaufel raus, loch gebudelt, mit dem Kopf ins Loch und die Muffe geöffnet. Auch hier gemessen. Jipp … mein Fehler. Warum auch immer war ich davon ausgegangen das die graue Ader als Rücklauf für den Lampenstromkreis genutzt worden ist, war aber natürlich nicht der Fall. Alles korrekt verdrahtet. Alles doppelt gecheckt. Jetzt ist wirklich alles gut.
Wenn ich mehr Übung hätte, wäre das alles in der Hälfte der Zeit und mit weniger Fehlern erledigt gewesen.
Das positive an der Geschichte ist aber: Ich hab keinen Stromschlag bekommen. SP hat nämlich das Haus wo ich immer einen gewischt bekomme, egal was ich da tue. Diesmal aber nicht. Das nehme ich als gutes Zeichen mit.
