Fundament


Pebbles und ich sitzen in der Oldenburger Innenstadt vor einem Spezi. Ich hab ne Dose Rum-Cola in der Hand, Pebbles ne Kippe und nen Aperol Spritz. Wir lieben es uns die Leute anzuschauen und dummes Zeug zu labern. Ich hab ja noch immer den Plan als Rentner in eine Wohnung in der Innenstadt zu ziehen und den ganzen Tag aus dem Fenster zu schauen.

Ein kleines Stücken vor uns steht ein Pavillon mit einer Buchauslage. Die auf dem Pavillon gehefteten Poster enthalten Bibelsprüche. Eine Dame afrikanischer Herkunft in unserem Alter (45 / 50) kommt von der Buchauslage auf uns zu und setzt sich neben mich auf die Bank. Sie hat einen Stapel Flyer in der Hand und sortiert kleinere Zettel in die Flyer. Auch hier sind typische christliche Symobliken zu erkennen. Es gesellt sich ein Mann dazu, der von Größe, Statur und Stimme sehr an Michael Clarke Duncan erinnert hat. Green Mile, ihr wisst schon. Pebbles und ich rücken etwas zur Seite, damit auch er sich dazu setzen kann. Die beiden bedanken sich erfreut.

Während Pebbles die Ansage macht, das sie jetzt noch eine raucht und wir dann mit shoppen beginnen werden, bewegen die beiden neben uns zu Ihrem Pavillon und beginnen Menschen anzusprechen. Sie wollen die Menschen wohl retten und zu Gott bekehren.

Kippe ist geraucht, Getränke geleert und während wir uns erheben, unsere Klamotten zurecht rücken und uns auf den Abgang vorbereiten kommt sie lächelnd auf uns zu. Sie möchte gerne mit uns über Gott sprechen. Klar, wir sind nicht überrascht. Pebbles lächelt ihr „ich möchte die Welt umarmen – zuckerlächen“ und lehnt wirklich nett ab. Die gute Frau sagt das sie sich freut uns zu sehen. Wir sehen so glücklich miteinander aus. Verliebt und vertraut und wir sind ja bestimmt schon lange eine Paar. Pebbles fragt: „was meinst du denn wie lange?“ Sie antworte „35 Jahre“ und wir sind empört. So alt sehen wir nun auch wieder nicht aus.

Sie sagt, das sie halt seit 35 Jahren mit Ihrem Mann zusammen ist und auf meine Frage nach Ihrem alter sagt sie: „62. Aber das sieht man uns Afrikanern meistens nicht an.“ Und dann übernimmt sie wieder die Gesprächsführung. So eine lange Beziehung hat man nur mit einem guten Fundament sagt sie. Und Ihr Fundament ist der Glaube.

Ahhhh …. clever. So hat sie uns im Gespräch gehalten und über einen kleinen Bogen wieder ihren Punkt gesetzt. Wir verabschieden uns lachend und wünschen ihr alles gute auf ihrem Weg. Wir gehend lächelnd auseinander. Schön, so kann man das nämlich auch machen.

Aber was ist das den für ein Ding das auf der Straße wieder so viel gepredigt wird. Ist mir in Hannover, Bremen und Amsterdam schon aufgefallen. Oder war das immer schon so nur ich hab da nichts von mitbekommen. Vor allem sind es nie Kartoffeln die da stehen und das Wort verbreiten. Ist da eine Sekte aktiv oder eine Freikirche?

Zum anderen können wir jetzt ein Narrativ aussprechen ohne als Rassist dazu stehen: Wir haben mal eine Frau afrikanischer Herkunft kennen gelernt die gesagt hat ……

Egal…