Kennt Ihr das? Ihr habt eine Erinnerung an etwas, wisst aber nicht genau wann das gewesen ist? Oder der Bürostuhl ist alt und kaputt und ihr fragt euch, wie lange der gehalten hat und was der damals denn wohl gekostet hat? Und dann geht die Recherche in Bildern und Rechnungen los. Und eben im Blog. Den häufig schreibe ich ja über alle möglichen Dinge und mit einer mehr oder weniger gezielten Suche.

Und dann komme ich ins Lesen und hüpfe von einer zur anderen Geschichte und erfahre Dinge über mich die ich längst vergessen habe. Wirklich schön.

Und dann? Dann drifte ich ins Live-Internet ab und muss auf eine Diskussion über die Nutzung von KI in Blogs stoßen und kann mich nicht zurück halten.

Aber, was ist passiert?

Der Herr Thielecke (fantastischer Name) prangert ein Blog-Netzwerk an, weil es in dem Netzwerk Blogger gibt die KI verwenden obwohl das Netzwerk sich KI-Freiheit auf die Fahne schreibt:

Also kurz den Check gemacht und willkürlich irgendwelche Seiten des Netzwerks angeschaut. Von 10 geprüften Blogs waren bei 8 Blogs die jeweils neusten drei Artikel alle AI-generiert.

https://mthie.com/short/sbctm2q2.html

Kurz gegoogelt und es hat sich sofort bestätigt das es sich dabei um uberblogr handelt. Ich unterdrückte meinen ersten Impuls etwas dazu zu schreiben. Es ist doch eigentlich egal.

Thomas Gigold holte das Thema dann in Mastodon aber doch nochmal hoch (siehe https://social.tchncs.de/@gigold@mastodon.social/117138751133939858) und es entfachte ein kleines hin und her zu dem Thema. Es gibt wohl die Ansicht das Thomas die Beiträge in seinem Webring moderieren müsste. Also er muss lesen was alle schreiben, das bwerten und den jeweiligen Blog aus dem Webring schmeißen.

Thomas kann und will das natürlich nicht leisten und wirft einen „Melde-Button“ in den Ring und macht zusätzlich eine Generelle Diskussion zum Thema KI-Kennzeichnung in Blogs auf. Und ganz nebenbei schreibt Denis Scollie einen Beitrag mit dem Titel „Die große Unlust“ darüber das KI generierte Blogbeiträge ihm die Lust am schreiben nehmen:

Was daraus entsteht, ist weder interessant noch inspirierend oder von irgendwelchem Wert. Es verschwendet die Zeit der Leser:innen und Ressourcen. Es sorgt nur dafür, dass Menschen wie ich die Lust am Hobby verlieren. Keine Freude mehr daran verspüren, mit echten Inhalten gegen zu halten.

So ist das nämlich.

Meine Meinung dazu

Erstmal ist es doch absolut spannend, was sich da für ein Fächer an Themen auftut – und das nur wegen einer kleinen Kritik. Es zeigt wie vielfältig und komplex selbst einfachste Sachverhalte sind. Na mal schauen, was ich dazu zu sagen habe.

Ist die Kritik an uberblogr gerechtfertigt?

Uberblogr ist eine kleine nette Idee gewesen die, sicherlich, in erster Linie den Zweck erfüllen sollte Blogs mehr Sichtbarkeit zu verschaffen. So was machen Webringe in der Regel.

Das sich darauf ein kleines Portal entwickelt hat das sich selbst Regeln und Dogmen auferlegt und das sich unter den Bloggern so was wie eine kleine Gemeinschaft entstanden ist, ist ein nettes Beiwerk. Aber: Niemand verdient was daran und niemand ist davon abhängig. Ich bezweifel sogar das es einen großen Netzwerkeffekt gibt. Und hier müssen wir dann mal die Kirche im Dorf lassen: Es hat keine Auswirkung auf die Gesellschaft oder auf irgendjemanden wenn Thomas Blogs aus dem Netzwerk schmeißt. Im Gegenteil macht er sich damit doch nur Problem und zusätzliche Arbeit.

Mittlerweile ist der besagte Satz von der Homepage geflogen und jetzt dreht sich die Welt halt weiter. Fertig. Und auch wenn Herr Thielecke mir versichert das er total entspannt ist, kann er sicher noch eine Schüppe Entspanntheit mehr auflegen und mal nicht so gekünzelt dogmatisch um die Ecke kommen.

Braucht es ein Melde-Button?

Wenn man ein Melde-Button einführt muss man eben auch klare Regeln definieren an die sich alle halten oder dann eben fliegen. Würde aber auch bedeuten das ich mir beim bloggen darüber Gedanken machen müsste ob ich den Regeln des Rings befolge und das wäre für mich ein K.O.-Dings.

Denn darum betreibe ich ja ein Blog. Ich möchte Meister über meine Inhalte sein. Ich möchte entscheiden was ich veröffentliche. Und wenn ich heute Bock auf ein KI Bild habe, dann mach ich das. Und wenn ich morgen mal den Satzbau meiner Webseite mit einem KI-basierten-Plugin überarbeitet, dann ist das meine Entscheidung. Nein nein … diese Diskussionen möchte ich nicht führen.

Im Gegenzug würde es sicherlich machtbesessene Volltrottel geben die „es denen“ mal zeigen und jedes Blog auseinander nehmen nur um dann MELDUNG zu machen. Willkommen in NAZI Deutschland.

Braucht es eine KI-Kennzeichnung?

Ach naja… schaden kann es sicher nicht. Aber auch hier die Frage nach dem Nutzen. Beim Lesen von Blogs rufe ich doch nicht erst eine about oder ai Seite auf um mich zu informieren ob der „Schreiberling“ meinen Werten entspricht. Ich lese die Beiträge und wenn ich merke das es mich nicht anspricht, dann lese ich die Beiträge eben nicht mehr.

Und so wird es der Durchschnittsnutzer eben auch halten.

Fazit

Tja … und jetzt frag ich mich a) warum ich das alles geschrieben habe und b) wo ich damit hin will. Ach was solls. Es ist ja nur das Internet und es sind halt nur meine Gedanken.