Dieser Artikel gehört zu einer Reihe von Beispielen, die Skizzieren sollen wie unsere Gesellschaft mit einem bedingungslosen Grundeinkommen aussehen könnte.

Erna ist Mitte 50. Ihre Kinder sind schon lange aus dem Haus. Ihr Mann und Sie haben immer gearbeitet.Sie hat keine großen Schulden, nur die üblichen kleinen Kredite. Kredite die notwendig sind um das mindeste an Komfort ermöglichen zu können. Es hat nie gereicht um Besitztümer anschaffen zu können. Leben für den Moment könnte man sagen. Erna hat zwar einen Beruf. Glücklich ist Sie mit diesem nicht.

Früher einmal hatte Sie eine gute Stelle mit gutem Gehalt in einem großen Konzern. Die stelle wurde wegrationalisiert. Da man sich aber in einem großen Konzern befand, wurde man nicht gekündigt. Es wurde eine alternative im Konzern angeboten. Keine aufregende Arbeit, aber eben eine Arbeit. Und die Zeiten waren schlecht. Die Arbeitslosenquote stieg und so war man froh einen Job zu haben. Das Gehalt war nur ein ganz wenig geschrumpft. Das geht schon. Diese neue Arbeit war bei einer Tochter Gesellschaft des großen Konzerns. Ein Auffangbecken für Mitarbeiter die in ihrem eigentlichen Job nicht mehr benötigt werden.

Diese Tochter Gesellschaft wurde irgendwann mit samt dem Personal verkauft. Die Mitarbeiter behielten aber Ihre Jobs und sogar Ihre Aufgaben. Das Gehalt schrumpfte etwas. Aber man hatte einen Job. Später gab es Umstrukturierungen. Die führten zu weiteren Gehaltskürzungen und neuen Aufgaben. So wurde Erna P. von einer motivierten Mitarbeiterin, der mit Anfang 40 sicher noch alle beruflichen Möglichkeiten offen gestanden hatten, zu einer Mitte 50ig jährigen die beruflich total unzufrieden und perspektivlos ist. Ihr Job und Ihr Arbeitgeber hat dafür gesorgt. Immer klein und noch kleiner gehalten. Wie soll man sich da gut fühlen.

Jetzt mit Mitte 50 kann sie aber nur noch durchhalten. Den Job wird ihr wohl bis zur Rente sicher sein. Und das Gehalt wird vermutlich noch soweit schrumpfen, das sie später bei Erhalt Ihrer Rente keine weiteren Verluste haben wird.

In einer Gesellschaft in der es das bedingungslose Grundeinkommen gibt, wäre das so nicht passiert. Weil jeder ein fixes Einkommen hat, kann sich keine Gewerkschaft damit brüsten, sozialverträglichen Stellenabbau zu betreiben. Ein Arbeitgeber der Kosten sparen möchte, kann das einfach direkt tun. Vielleicht gibt es Anreize durch Abfindungs-Modelle die von den Mitarbeitern wohl angenommen werden. Entweder weil Sie Jung genug sind, neu anzufangen oder weil die Abfindung plus Grundeinkommen das Leben doch recht angenehm gestalten läßt.

Für Erna heißt das konkret das Sie mit Anfang 40 den Konzern verlassen hätte und mit der Abfindung sich vielleicht Selbstständig gemacht hätte, oder eine Umschulung finanziert hätte. Sie hätte einen Umzug für sich und die Familie in ein Gebiet finanzieren können in dem mehr Arbeit gewesen wäre. Und wenn das alles nicht geklappt hätte, hätte Sie immer noch ein festes Einkommen das zumindest reicht um den Lebensstandard zu finanzieren, den Sie heute in der realen Welter bereits hat.

Alternativ wäre Sie vielleicht doch die Mitte 50ig jährige und leider beruflich unzufriedene Erna P. geworden. Macht aber nix. Den sie könnte auch mit Mitte 50 einfach aus dem Berufsleben ausscheiden, sich sammeln und schauen was das Leben für sie bereit hält. Sie hätte zum Beispiel zu einem Ihrer Kinder ziehen können und sich um den Engel kümmern.

Das alles würde auch ohne bG gehen, aber mit bG kann Sie das ohne in eine finanzielle Abhängigkeit zu geraten und ohne nach Geld (Arbeitslosengeld, Hartz IV, Wohngeld, Rentenanträge oder Umschulungen beantragen beim Arbeitsamt) betteln zu müssen. Einfach so. Aus einer eigenen freien Entscheidung heraus. 

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