Will man unter Linux auf ein Laufwerk zugreifen, dann muss dieses in das System eingehängt werden. Das nennt man dann mounten. USB-Speicher und interne Laufwerk werden in der Regel automatisch erkannt. Da muss man dann gar nichts machen. Anders ist es aber, wenn man Laufwerke im lokalen Netzwerk oder in der Cloud einhängen möchte.

Wie das geht sei in den folgenden Schritten erklärt. Auf jeden Fall greifen wir über den Terminal (Strg-Alt+T) auf die Maschine zu.

Schritt 1 – Software installieren

Damit eine Laufwerk aus dem LAN oder aus der CLOUD eingebunden werden kann, muss passende Software auf dem Rechner installiert sein, und obwohl kaum eine Computer alleine ist, sind die erforderlichen Anwendungen nicht immer vorinstalliert. Daher:

  • Samba – sudo apt-get install cifs-utils
  • WebDAV – sudo apt-get install davfs2
  • für https – sudo apt-get install ca-certificates

Schritt 2 – Mounten

Linux kennt nur Verzeichnisse, wenn man so will. Daher muss man ein Verzeichnis erstellen. In dieses Verzeichnis wird das gewünschte Laufwerk dann reingehängt. Das nennt man den Mountpunkt. Klassischerweise erzeugt man das Verzeichnis in dem Ordner /media/. Natürlich geht das auch woanders hin. Das gehört sicher aber nicht. Also …

sudo mkdir /media/beispielordner/

Jetzt bearbeiten wir die Datei fstab. In der fstab wird eingetragen wo sich das Laufwerk befindet und in welchen Ordner es mit welchen Rechten eingehängt wird.

cd /etc/
sudo nano fstab

Zuerst wechseln wir mit cd in das Verzeichnis etc und öffnen dann mit dem Editor nano die Datei fstab. In dem jetzt erscheinenden Fenster, gehen wir mit dem Cursor ganz nach unten (Pfeiltasten verwenden, Maus nicht möglich) und tragen dort eine neue Zeile ein. Was muss da rein? Folgende Beispiele sollten aufklären:

  • //192.168.2.118/Harddisk /media/beispielordner cifs guest,auto 0 0
    Die IP-Adresse des Gerätes im Netzwerk gefolgt von dem Laufwerksnamen. Dann das Verzeichnis auf dem Gerät in das dieses Laufwerk eingehängt wird. cifs gibt an das es sich dabei um einen Samba-Server handelt (z. B. eine Freigabe unter Windows etc pp) Da dieses Laufwerk so eingestellt ist, das keine authentifzierung notwendig ist, kann man sich als guest anmelden. Mit Auto wird dafür gesorgt das diese Laufwerk immer automatisch eingebunden wird.
  • //192.168.2.1/FRITZ.NAS/ST310004-24CS-01/FRITZ  /media/beispielordner cifs username=benutzername,passwd=vollkryptischespasswort,auto  0 0
    Gleiches Schema. Nur mit dem Unterschied das die Fritzbox einen Benutzernamen und ein Passwort benötigt. Eintippen bitte.
  • http://192.168.2.64:8080 /media/beispielordner/ davfs auto,user,rw 0 0
    Hier ist der Unterschied, das davfs verwendet wird. Bei dem Laufwerk handelt es sich also um ein Webdav Laufwerk. Diese Variatne sollte man allerdings nur verwenden, wenn es sich um ein WebDAV handelt, bei dem man sich nicht authentifizieren muss. Denn das „auto“ klappt nicht. Spätestens beim nächsten booten gibt es dann ein riesen Problem.

Hinweis: Abhängig vom verwendeten Samba Server hat nur der Linux User schreibenden Zugriff auf das Laufwerk, der das Laufwerk eingebunden hat. Das ist beim mounten über fstab immer der Root. Man muss also immer mit sudo arbeiten um auf einem Laufwerk was zu schreiben (also ändern und löschen, kopieren etc. pp). Möchte man das umgehen muss man den Samba Server aktualisieren, wenn das nicht geht dann muss man den Eintrag im fstab um die uid des Benutzers erweitern, der schreiben darf.:

Der Befehl id erzeugt eine Ausgabe die z.B. so aussieht:

uid=1000(faulthiel) gid=1000(faulthiel) Gruppen=1000(faulthiel),4(adm),24(cdrom),27(sudo),30(dip),46(plugdev),115(lpadmin),131(sambashare)

Hier sieht man also die uid des aktuellen Nutzers. Der passende Eintrag im fstab sieht dann wie folgt aus:

//192.168.2.1/FRITZ.NAS/ST310004-24CS-01/FRITZ  /media/beispielordner cifs username=benutzername,passwd=vollkryptischespasswort,uid=1000,auto  0 0

Hat man den gewünschten Eintrag vorgenommen, dann Strg + o drücken. Mit Enter bestätigen. Die Datei wurde gespeichert. Mit Strg + x den Editor schließen. Jetzt mit

sudo mount -a 

dafür sorgen das fstab neu eingelesen wird. Hat man ein Webdav-Laufwerk eingebunden, erfolgt jetzt die Abfrage nach Benutzernamen und Passwort. Sollte etwas falsch sein, weil man z. B. ein statt eines / verwendet hat, gibt es jetzt eine Fehlermeldung.

Schritt 3 – Laufwerk aushängen

Kann man und muss man manchmal sogar. Relativ einfach:

sudo umount /media/beispielordner

Fertig.

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